CDU-Fraktionsvorsitzender im Landtag hat Verbindungen in die Altmark

Borgwardt hob in Borstel ab

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Siegfried Borgwardt, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion, hat seinen Wahlkreis zwar in Jessen, aber enge Verbindungen in die Altmark. Er besucht seinen Bruder, der Tierarzt in Stendal ist, regelmäßig und kennt die Region recht gut.

Die Landtagswahl war ein politisches Beben. Neue Parteienkonstellationen und andere Gesichter dominieren das Parlament. In allen Fraktionen wechselte die Führungsspitze.

Die Altmark-Zeitung stellt die Fraktionsvorsitzenden, ihre persönlichen und politischen Verbindungen in die Altmark vor.

Magdeburg. Wenn Siegfried Borgwardt „Nummer 7“ ruft, ist das für seine Mitarbeiter kein mysteriöser Geheimcode. Mit einem Druck auf Taste 7 spuckt der Kaffeeautomat Cappuccino aus. Seit Beginn der Legislaturperiode untersteht dem CDU-Politiker nicht nur das fraktionseigene Heißgetränkgerät. Der 59-Jährige ist Chef der stärksten Landtagsfraktion. Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Akkuratesse sind Markenzeichen des gebürtigen Naumburgers. Sein Wahlkreis, Jessen, liegt in der südöstlichsten Ecke des Landes Sachsen-Anhalt.

In die Altmark hat er dennoch enge Verbindungen. Sein Bruder ist als Tierarzt in Stendal tätig. Von den regelmäßigen Besuchen bei ihm kennt er die Region recht gut. An einen abenteuerlichen Segelflug von Stendal-Borstel aus erinnert sich Borgwardt gern zurück. Seine Frau sei davon nicht so begeistert gewesen, schmunzelt er. Die CDU sei die Partei des ländlichen Raums, die altmärkischen Kollegen gut in der Region verwurzelt, sagt der Politiker. Gleiches gelte für Parlament und Fraktion.

Als Landtagspräsident spielt Hardy Peter Güssau und als Arbeitsgruppenleiter Chris Schulenburg eine herausragende Rolle. Auch wenn Uwe Harms zuweilen mit seinen speziellen Aktionen von sich reden macht, ist auch er ein Fraktionsurgestein, ebenso Detlef Radke. Als Politeinsteiger sorgte Carsten Borchert schon in der ersten Landtagsdebatte für Aufsehen, als er (entgegen protokollarischer Gepflogenheiten) launig das Publikum in seine Rede einbezog.

Dass alle fünf altmärkischen Wahlkreise an die Christdemokraten gingen, ist keine Selbstverständlichkeit. Im Süden des Landes schnappte die AfD der CDU viele Direktmandate weg. Das wurmt Borgwardt sichtlich und er (ver-)sucht Erklärungen. Im Norden sei die Asylproblematik gut bewältigt worden. Insgesamt hätten viele bisherige Nichtwähler ihr Kreuz bei der AfD gemacht. Auffällig sei das Missverhältnis von Erst- und Zweitstimmen. Immerhin habe die CDU sogar 30 000 Stimmen mehr als bei der vergangenen Wahl geholt. Vielleicht habe mancher Wähler das System nicht verstanden, mutmaßt Borgwardt.

Die AfD sieht er nicht als potenziellen parlamentarischen Partner. Die Kenia-Koalition sei zum Erfolg verdammt. Vielleicht wird das ja sogar ein Modell für ganz Deutschland, meint der CDU-Fraktionschef.

Von Christian Wohlt

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