Jugendarbeit im Jahr 2016: „Dankeschön“-Abend für ehren- und hauptamtliche Helfer

Bliefert: „Das ist Stendal“

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Von hier und dort präsentierten sich am Freitagabend Musik, Kulinarisches und vor allem Menschen, die zueinander gefunden haben. Im MAD-Club wurde „Danke“ gesagt – an Ehrenamtliche, Streetworker und Pädagogen des Hauses.

Stendal. „Worum geht es in dem Lied?“ Die AZ-Nachfrage beantwortet Navid mit einem Lächeln und den Worten, dass er Afghane sei. Der gesungene Beitrag auf der Bühne im MAD-Club wird allerdings von einem Syrer dargeboten. Anderes Land, andere Sprache – ein Fettnäpfchen.

Missverständnisse gehören zum Leben dazu. Besonders dann, wenn sich noch Fremde gerade erst kennenlernen. 

Als Schnittstelle zwischen Menschen verschiedener Kulturen fungierte vor allem jener Jugendtreff an der Wahrburger Straße in der jüngeren Vergangenheit. Und die Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer, ob deutsch oder nicht, tun dies immer noch mit einer beachtenswerten Begeisterung. Mit Musik, kulinarischen Leckerbissen von hier und dort wurde am Freitagabend ein „Dankeschön“ gesagt. All jenen, ob Streetworker, Ehrenamtlicher oder Pädagoge, die sich täglich um junge Menschen kümmern.

Nicht nur die dort geleistete Arbeit für die Jugend im Allgemeinen und speziellen befand Uwe Bliefert im Namen der Stadt Stendal für „wertvoll“. Wertvoll seien auch die Momente, in denen verschiedene Interessengruppen ins Gespräch kämen. Um für neue und alteingesessene Stendaler Möglichkeiten zu finden, zum Beispiel im sportlichen Bereich. Wertvoll seien aber auch Momente, wenn „Navid oder Abdul mich in der Stadt erkennen“ und einfach „Hallo“ riefen. „Diese Größe und Kraft des Ehrenamtes berührt mich menschlich“, betonte Bliefert. Die Stadtverwaltung versuche die Rahmenbedingungen zu schaffen. Jedoch sei das „Ehrenamt unser Netzwerk. Das ist Stendal“.

30 bis 40 Kinder und Jugendliche betreute der MAD-Club einst. Aktuell sind es bis zu 80. Dankbar für jeden dort erlebten Tag zeigte sich an jenem „Dankeschön“-Abend unter anderem Ahmad mit einer Präsentation. „Ich bin dankbar für die Chance“, sagte er. Und betonte noch einmal, dass Missverständnisse dazu gehörten. Jene müsse man allerdings höflich, mit Freundlichkeit begegnen. Die Hoffnung blieb an jenem Abend, dass die Flucht ein Ende hat und „dieses kleine Fest zur Tradition werde“. Jedoch hat das Recht zu bleiben immer noch einen bundespolitischen Hintergrund.

Von Alexander Postolache

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