Ministerpräsident appelliert an Eigenverantwortung der Bürger

Die Bilanz: Hochwasser-Schäden über 2,8 Milliarden Euro

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2,8 Millarden Euro – Die Landesregierung stellt nun Zahlen vor, die den finanziellen Schaden aufzeigen sollen, die das Hochwasser im Jahr 2013 allein in Sachsen-Anhalt verursachte.

Magdeburg / Altmark. Auf rund 2,8 Milliarden Euro wird sich voraussichtlich der Gesamtschaden der Jahrhundertflut 2013 in Sachsen-Anhalt summieren. Für rund 1,6 Milliarden Euro wurden staatliche Entschädigungen bewilligt.

Etwa 400 Millionen Euro betragen die Schäden an der Infrastruktur des Landes. Diese Bilanz legte die Landesregierung jetzt vor.

Der Ministerpräsident appeliert an die Eigenverantwortung der Eigentümer.

Hinzu kommt der kommunale Bereich. Etwa 300 Millionen Euro erstatten Versicherungen. Ein nicht unwesentlicher Eigenanteil, ist von den Betroffenen zu tragen. Zum Ablauf der Frist am 30. Juni 2016 konnten landesweit alle 30.486 Hilfsanträge abgearbeitet werden. Daraus resultierten 27.432 Bewilligungen. 3.054 Anträge mit einem Volumen von 36,9 Millionen Euro wurden abgelehnt. Die größten Schäden sind im Süden des Landes zu regulieren. Im Landkreis Stendal verzeichnet, die für den privaten und gewerblichen Bereich zuständige Investitionsbank 1296 Anträge, von denen genau 1000 im Umfang von 61,3 Millionen Euro bewilligt wurden. Den Eigenanteil hinzugerechnet können damit Investitionen im Umfang von 85,6 Millionen Euro umgesetzt werden. Den größten Brocken machen Hilfen für Unternehmen im Umfang von 30,5 Millionen Euro aus.

Von den 128 gestellten Anträgen wurden nur fünf abschlägig beschieden. Im Bereich des privaten Wohneigentums wurden 192 von insgesamt 672 Anträgen abgelehnt. Knapp 21 Millionen Euro fließen an die betroffenen Hausbesitzer im Landkreis Stendal. Landesweit wurden 58,9 Millionen Euro zur Beseitigung von Hochwasserschäden an Wohngebäuden ausgezahlt. Rund 86,5 Milliarden Euro flossen an die gewerbliche Wirtschaft und Freie Berufe. Den Löwenanteil der Hilfen gewährt das Land für die Wiederherstellung der Infrastruktur in den Gemeinden (Straßen, Sportstätten usw.). Von den knapp 803 Millionen Euro, die dafür veranschlagt sind, ist aber erst ein kleiner Anteil (148 Millionen Euro) ausgezahlt. Grund: Die Arbeiten haben vielfach noch nicht einmal begonnen. Voraussichtlich erst 2020 wird die Schadensbeseitigung abgeschlossen sein.

„Das war der letzte Warnschuss“, sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) während der Vorstellung der Bilanz. Nie wieder werde es eine solche staatliche Übernahme von Schadensregulierungen geben. Er appellierte an die Eigenverantwortung, der Bürger und Unternehmen, sich gegen mögliche Katastrophen und Unwetterschäden zu schützen. In diesem Zusammenhang sprach er sich für eine Versicherungspflicht aus. Viele der Hochwassergeschädigten waren nicht oder nur unzureichend abgesichert.

Von Christian Wohlt

Die großen Schäden dokumentieren die Bilder und Videos der Katastrophe, die 2013 die Altmark ereilte:

Hochwasser 2013: Aktuelle Bilder aus der Altmark

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