Stendaler Seniorin überweist 900 Euro ins Ausland, ein Mann aus dem Harz sogar 10 000 Euro

Betrüger prellen ältere Menschen in Stendal

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Die Polizei warnt: Hinter der Telefonnummer, die aussieht wie eine deutsche, verbirgt sich der im Ausland sitzende Betrüger

mei Stendal. Eine 75-Jährige aus dem Raum Stendal ist in dieser Woche auf eine Betrugsmasche hereingefallen, die derzeit in dieser Gegend kursiert und vor der die Polizei ausdrücklich warnt:

Sie kaufte neun Amazon-Gutscheine für je 100 Euro, um einen angeblichen 39 000-Gewinn einzulösen. Ihre 900 Euro sind weg.

Ähnlich erging es einem 74-jährigen Rentner aus dem Harz. Ihm wurde vor ein paar Tagen telefonisch mitgeteilt, dass er 28 000 Euro gewonnen hätte. Für die Formalitäten müsse er allerdings eine Gebühr von 900 Euro bezahlen. Der Mann überwies das Geld. Es kommt noch dreister: Kurze Zeit später bekam der Senior erneut einen Anruf, in dem man sich entschuldigte, weil man die falsche Gewinnsumme genannt hätte. Es seien 82 000 Euro, wofür der Harzer 4300 Euro Gebühren überweisen müsse. Der Mann tat das. Und als ob das nicht dreist genug wäre, wurde der 74-Jährige wieder angerufen: Die Post würde sein Geld bringen, allerdings hätte man die Postbearbeitungsgebühr von 4800 Euro vergessen, die nun fällig würde. Die Aussicht darauf, einen so großen Gewinn in den Händen zu halten, verleitete den Mann dazu, all diese Gebühren auf ein Konto im Ausland zu überweisen.

Allein im Bereich der Polizeidirektion (PD) Nord ereigneten sich in jüngster Zeit 15 ähnliche Fälle. Meist seien es ältere Menschen, die angerufen würden. Einigen sei es wie der Frau aus Stendal und dem Mann aus dem Harz gegangen – sie überwiesen das Geld und erhielten natürlich keinen Gewinn.

„Ziel ist es, in betrügerischer Absicht eine Gebühr für den Gewinn zu ergaunern. Zu einer Gewinnauszahlung kommt es nicht“, warnt PD-Sprecher Marc Becher davor, in solchen Fällen Geld zu überweisen. Denn wer nicht an einer Lotterie, einem Gewinnspiel o. ä. teilgenommen hat, kann auch nichts gewonnen haben. Die Anrufer stellen sich meist als Rechtsanwälte oder Notare vor und die angezeigte Rufnummer sieht aus wie eine deutsche. „Dahinter verbirgt sich allerdings der im Ausland sitzende Betrüger“, weiß Becher. Lotteriegesellschaften, die seriös sind, verlangen keine Vorauszahlungen – weder für Bargeld- noch für Sachgewinne.

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