Holzbrücke über den Aland bei Pollitz verschwindet / Radtouristikerin kritisiert neue Bauweise

„Beton passt nicht in die Landschaft“

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Die Holzbrücke über den Aland bei Pollitz soll noch in diesem Jahr verschwinden. Aus Mitteln des Förderprogramms für die Beseitigung der Hochwasserschäden soll an selber Stelle eine Konstruktion aus Stahlbeton errichtet werden. Radtouristikerin Susanne Bohlander wünscht sich hingegen einen Neubau aus Holz.

Pollitz. Die Holzbrücke über den Aland bei Pollitz werde noch in diesem Jahr verschwinden. Das sagte der Bürgermeister der Gemeinde Aland, Hans Hildebrandt, gegenüber der AZ. Stattdessen werde eine Konstruktion aus Beton errichtet.

Einen entsprechenden Beschluss fasste der Gemeinderat, nachdem der Planer das Vorhaben vorgestellt hatte. Mittel für den Neubau fließen aus dem Programm zur Beseitigung der Hochwasserschäden aus dem Jahre 2013 – und das zu 100 Prozent. Immerhin hatte die Brücke arg gelitten, sodass sich ein Neubau erforderlich macht. Für Räte und Bürgermeister liegen die Vorteile einer Betonbrücke klar auf der Hand. Sie sei stabiler und habe eine längere Lebensdauer als ein Bauwerk aus Holz. Derzeit laufen laut Bauamt der Verbandsgemeinde Seehausen die Vorplanungen.

Radtouristikerin und Mitglied des Seehäuser Stadtrates, Susanne Bohlander aus Losenrade, kann sich mit dem Koloss aus Stahlbeton jedoch gar nicht anfreunden und stellt gleich vier Fragen. „Wurde überprüft, ob die jetzige Brücke ersetzt werden muss? Besteht also tatsächlich Sanierungsbedarf und wurde dazu ein Gutachten erstellt? Oder gingen die Gemeinderäte lediglich von ihrem optischen Eindruck aus? Warum soll die Brücke nicht wieder aus Holz gebaut werden?“ Bohlanders Meinung nach passe die jetzige Brücke optisch sehr gut in die Landschaft, weil sie eben aus dem natürlichen Material Holz sei. Für Radtouristen sei das Bauwerk eine Sehenswürdigkeit und ein beliebtes Fotomotiv, weiß die Wahl-Altmärkerin von ihren Führungen. Sie könne sich auch nicht vorstellen, dass hinsichtlich der Kosten eine Betonstahlbrücke besser als eine Holzbrücke abschneiden würde. „Für eine Brücke, die lediglich von Fußgängern und Radfahrern genutzt wird, müsste doch Holz ausreichend sein“, mutmaßt Bohlander. Hinzu komme, dass Handwerksbetriebe aus den Nachbardörfern von dem Neubau der Holzbrücke profitieren könnten. Die Losenraderin denkt dabei an das Sägewerk und die Tischlerei in Wanzer sowie an die Holzwerkstatt in Krüden. Bei einer neuen Holzbrücke könne vermutlich auch die Anzahl der Brückenpfeiler reduziert werden, an denen sich Treibgut ansammelt. Bohlander weiter: „Der Gemeinderat sollte seine Entscheidung überdenken. Eine Betonbrücke passt nicht in die Aland-Flusslandschaft. Ein touristischer Erlebnispunkt würde verlorengehen. Das kann nicht im Interesse des Rates und der Einwohner sein.“

Von Thomas Westermann

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