Zweiter Handwerker-Markt in Stendal: „Am 3. Oktober 2017 geht es weiter“

„Die Besucher strömten durchgängig in Scharen“

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Die Stendalerin Lilly Mastmeyer (5) lässt Glasperlen im Murmel-Turm aus Kloster Neuendorf nach unten tanzen.

Stendal. Dieses tönerne Gute-Laune-Unikat von Keramikerin Veronika Conrad fasziniert Lilly Mastmeyer (5) extrem. Die kleine Rolandstädterin lässt am Montag ein Dutzend schicke Glasperlen vor der Kulisse des Stendaler Domtürme-Doppels handgefertigte Serpentinen im Murmel-Turm nach unten tanzen.

Während dessen deutet die Macherin aus Gardelegens Ortsteil Kloster Neuendorf auf die bedeutsamen Details des unverkäuflichen Einzelstücks. Und Lillys Eltern haben derweil mindestens genauso viel Spaß beim Zuschauen wie ihre Murmel-Queen – und schon drängelt neues Publikum aufs historisch-idyllische Areal dieses zweiten Stendaler Handwerker-Markts.

Jahrmarkt mit Mispel: Beim Fokus auf traditionelle Gewerke will die Hansestadt Stendal auch ihren Klostergarten an der Rückseite des Altmärkischen Museums bekannter machen. Mispeln waren im Mittelalter ein beliebtes Obstgehölz.

„Wir haben es geschafft, den Wettergott zu besänftigen“, ist Mitorganisator Matthias Neumann froh über einen regenfreien Einheitsfeiertag. An dem besonderen Datum soll auch im nächsten Jahr wieder zum Handwerker-Markt in die Rolandstadt geladen werden. „Am 3. Oktober 2017 geht es weiter“, sagt der Mitarbeiter der Abteilung Veranstaltungsmanagement im Rathaus der größten Altmarkstadt der AZ am Montag. Laut Neumann haben sich ab 10 Uhr schätzungsweise „über 2000 Gäste“ anlocken lassen. „Die Besucher strömten in Scharen und durchgängig bis 18 Uhr“, fügt er hinzu.

Geschmiedet wurde schon vor über 5000 Jahren – die Kunst fasziniert noch immer.

Etwa 30 Händler interessierten ihr Publikum für das Können und die Kunst traditioneller Gewerke. So demonstriert Frank Odebrecht in seiner mitgebrachten Feldschmiede, was seine Kollegen schon vor Tausenden von Jahren mit Feuer, Metall und Muskeln so alles hergestellt haben. Als „Mittelalter-Böttcher“ animiert Heino Glantz den Nachwuchs, für ein Dutzend Taschengeld-Euro eine „Fass-Stunde“ zu nehmen. Mit allem Respekt vor der Kraft Glantzscher Hammerschläge probiert dies auch Ole Heins aus Miesterhorst. Der zehnjährige Neu-Gymnasiast aus der Westaltmark nutzte den Start in die Herbstferien, um mit seiner Familie einen Ausflug in die Nachbarkreisstadt zu machen.

Ole Heins aus Miesterhorst hat sein Taschengeld investiert, um bei Mittelalter-Böttcher Heino Glantz eine Fass-Stunde zu nehmen.

„Altes Handwerk den Kindern zu zeigen, ist ein Hauptanliegen der Veranstaltung“, verweist Neumann auf den Bildungsaspekt des Jahrmarktes. Gut angekommen seien auch historische Gesellschaftsspiele, die von Kindern aller Altersklassen ausgelassen im Frischluft-Ambiente ausprobiert wurden.

Von Antje Mahrhold

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