Amtliche Abnahme in Werben / Archäologen-Fund für die Nachwelt erhalten

„Das Bauwerk ist perfekt“

Im frischen Pflaster „Am Wehl“ nahe des Elbtors bleibt die Historie sichtbar: Der Umriss des früheren Hospitals St. Gertrud ist farblich markiert. Ein Einlauf verfügt über eine Granitmanschette. Fotos: privat

Werben. Die Werbener Elbtor-Störche können mit den Flügeln schlagen, denn seit Mittwochfrüh ist eines der spektakulärsten Straßenbauvorhaben in der Hansestadt weitgehend vollbracht.

So perlte über dem frischen Pflaster des Deichzubringers „Am Wehl“ feierlich spritziger Schaumwein in stilechten Trinkgefäßen, als die offizielle Bauabnahme mit Architekt Peter Pickler, Arneburg-Goldbecks Bauamtsleiterin Simone Kuhlmann und Werbens Bürgermeister Jochen Hufschmidt (parteilos) vollzogen wurde. Bei dem amtlichen Abschlusstermin waren auch Stadtratsmitglied Benjamin Melms (UWG) und der Stendaler Bauunternehmer Christian Punzel mit von der Partie.

Die Arbeiten hatten Mitte Mai gut zwei Monate später als geplant begonnen. Zuletzt hatte es an einer fehlenden Genehmigung wegen des Einsatzes von Archäologen während der grundhaften Sanierung gemangelt. Doch die Altertumsforscher machten im Untergrund der weltkleinsten Hansestadt dann Mitte Juni auch eine bedeutsame Entdeckung, als am Elbdeich Reste einer massiven Mauer auf Überbleibsel einer Landwehr hindeuteten, die schwedische Truppen beim Kampf gegen Feldherr Tilly errichtet haben könnten. Gleich zu Beginn ihres Einsatzes war Archäologin Judith Lücke auf Hinterlassenschaften des einstigen Johanniter-Hospitals St. Gertrud gestoßen. Der Grabungsbefund bleibt für die Nachwelt an der Oberfläche sichtbar, da der Umriss des früheren Gebäudes im Pflaster farblich markiert wurde. Den Granit ins Werbener Erdreich gesetzt hatten Spezialisten aus Portugal, lobt Michael Schnell Professionalität und Schnelligkeit. „Das Bauwerk ist perfekt“, erklärt der Werbener der AZ.

Von Antje Mahrhold

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