DB wird erst 2019 mit dem Einbau in den Fußgängertunnel beginnen / Grundwasser zu hoch

Bahnhof-Fahrstühle in Stendal dauern noch

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Derzeit hat der Bahnhofstunnel in Stendal keine Aufzüge. Und das wird noch mindestens drei Jahre so bleiben.

Stendal. Schon der Comedian Mario Barth hat sich über den Bahnhof in Stendal lustig gemacht: Da wird eine neue Unterführung unter den Schienen gebaut, und man vergisst die Barrierefreiheit. Fahrstühle sollten nachträglich eingebaut werden.

Aber das wird nichts, zumindest nicht wie geplant. Der Grundwasserspiegel ist zu hoch.

Aufnahmen aus dem Sommer 2013

Bei den bereits abgeschlossenen Erneuerungen am Bahnhof, so heißt es in einer Presseinformation der Deutschen Bahn, „wurde klar, dass der Grundwasserspiegel im Bereich des Stendaler Bahnhofs so weit angestiegen ist, dass der vorgesehene Plan, Aufzüge in den Bestandstunnel einzubauen, verworfen werden musste“, erklärt Karin Meyer, Bahnhofsmanagerin Magdeburg bei der Deutschen Bahn. Gegenwärtig würden Planungen laufen, „eine komplett neue Personenunterführung in alter Lage zu errichten. Darin sollen die Aufzüge integriert werden.“ Laut Klaus Ortmann, Sprecher der Stadt Stendal, sei damit der aktuelle Tunnel gemeint, der direkt vom Hauptgebäude bis zur Rampe auf der Bahnhofsseite nach Röxe führt. Bereits Anfang Mai habe die Bahn mit der Stadt darüber Gespräche geführt und die damit einhergehende Verspätung der Aufzüge angekündigt. „Wir sind damit weder einverstanden noch darüber erfreut“, sagt der Stadtsprecher. Für die Menschen mit Behinderungen oder beispielsweise Eltern mit Kinderwagen tue es der Stadt leid. Seine Information ist, dass der bestehende Tunnel „grundhaft neu angefasst wird“.

Außerdem plant die Bahn, die Bahnsteige etwas zu erhöhen. Ein Baubeginn an diesem Tunnel samt des Einbaus der Fahrstühle wird aber noch auf sich warten lassen. Es ist abhängig von weiteren Baumaßnahmen, wie etwa des Eisenbahnknotens Magdeburg. Der Beginn des Baus wird „jedoch nicht vor dem zweiten Quartal 2019 erfolgen können“, heißt es in der Mitteilung der Bahn. Bisher wurde der Einbau von Fahrstühlen frühestens für das Jahr 2017 erwartet.

„Traurig und entsetzt“ ist darüber Marcus Graubner, Vorsitzender des Behindertenverbandes Stendal und Umgebung. „Das ist genau das, worüber wir reden“, sagt er mit Verweis auf das „Fest der Begegnung“, das am Wochenende für mehr Bewusstsein für die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderten geworben hat. „Ich würde viel öfter mit der Bahn fahren, wenn ich dazu die Möglichkeit hätte.“

Von Kai Hasse

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