IHK überreicht in neuer Runde eine Resolution für A 14 und B 190n

Autobahnfreunde sehen beim BUND schneller rot

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Sie können noch lachen, auch wenn die A 14 weiter auf sich warten lässt: IHK-Geschäftsführer André Rummel (v.l.), die Bundespolitiker Jörg Hellmuth (CDU) und Marina Kermer (SPD) sowie IHK-Vizepräsident Adolf Fehse. Die Resolution ist übergeben.

Stendal. „Auch die grünste Autobahn reicht dem BUND nicht aus“, schimpft Adolf Fehse, Vizepräsident der IHK Magdeburg. Der Ton bleibt scharf, und eine weitere Resolution ist übergeben. Dieses Mal üben Altmärker und Prignitzer den verstärkten Schulterschluss.

Das Papier ist beim ersten von Kreissparkasse und IHK organisierten Unternehmertreffen größerer Art in Stendal an Bundestagsmitglieder aus der Region, Marina Kermer (SPD) und Jörg Hellmuth (CDU), übergeben worden. Die Stoßrichtung: Die verlängerte A 14 dürfe nicht weiter von Umweltschützern ausgebremst werden und müsse nun möglichst bis 2020 her. Außerdem sollte die Querspange zur A  39, die B  190n, im Bundesverkehrswegeplan unbedingt wieder hochgestuft werden, sonst sei deren Bau vor 2030 so gut wie unmöglich.

Für A 14 und „Hosenträger“ soll am 17. September, einem Sonnabend, in Arendsee demonstriert werden. Die Kundgebung beginnt um 10 Uhr an der Tank- und Raststelle „Zum Seeadler“. Anschließend soll sich ein Autokorso in Bewegung setzen und für die Ziele werben. André Rummel, Geschäftsführer der IHK in Salzwedel, erinnerte beim Erfahrungsaustausch von Wirtschaft, Politik und Verwaltung an die Demonstration auf der Elbbrücke zwischen Wittenberge und Seehausen 2015 sowie weitere vergangene Auftritte der Autobahnbefürworter. Die Klagen des BUND gegen einzelne Bauabschnitte zeuge von einer Blockadehaltung und sei „falsch verstandener Umweltschutz“, ist Klötzer Fehse derselben Meinung.

Nach Ansicht von Jörg Achereiner, Vorstandschef der Kreissparkasse Stendal, kann es „vielleicht sogar förderlich sein, dass die Grünen in Magdeburg in der Landesregierung sitzen“. Überhaupt habe sich die Partei spätestens damit ja bereits zur Altmark-Autobahn bekannt. Irgendwelche Fallschlingen seien wahrscheinlich somit zumindest aus dieser Richtung nicht mehr zu erwarten. „Mobilität ist wichtig“, betont der Banker und nennt weitere Themen, die ihm aktuell auf den Nägeln brennen: Niedrigzinsphase, demografischer Wandel, Fachkräftemangel und schlechter motivierte junge Leute, das Russland-Embargo, über dessen Ende diskutiert werden sollte, und die Integration von Flüchtlingen.

Vize-Landrat Sebastian Stoll (CDU) verweist auf kommunalen Breitbandausbau, zum Teil beseitigte Hochwasserschäden und das Potenzial der Windenergie. Der Landkreis könne beim Wirtschaftswachstum durchaus mit der Landeshauptstadt mithalten, wenn auch der Ausgangswert ein anderer sei. Stefan Korneck, Vorsitzender der Wirtschaftsjunioren Sachsen-Anhalt, will ebenfalls optimistisch bleiben und fordert nicht das erste Mal einen Abbau von Bürokratie, unter der gerade Existenzgründer leiden würden. Und zur Autobahn: „Wir brauchen die A 14 nicht, um schneller zur Ostsee zu kommen, sondern um bestehende Arbeitsplätze zu sichern und neue zu generieren.“

In das Ausbildungszentrum der Sparkasse eingeladen war auch Wirtschaftsminister Jörg Felgner, allerdings hatte dieser kurzfristig für den Abend abgesagt. Der SPD-Mann scheint wegen eines von ihm 2013, damals noch Finanz-Staatssekretär, am Parlament vorbei unterzeichneten Beratervertrages weiter unter Druck zu geraten.

Wirtschaft, Politik und Verwaltung wollen mindestens einmal im Jahr unter Federführung der IHK zusammenkommen. Was diese Treffen von anderen tatsächlich unterscheidet, muss sich noch zeigen.

Von Marco Hertzfeld

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