Platzierung der Baumreihe im Fokus der Debatte

Ausschuss für Stendals Stadtentwicklung: „Steinerner Markt ist favorisiert“

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Ob die Baumreihe hausseitig oder auf dem Marktplatz gepflanzt werden soll, erregte die Gemüter in der vergangenen Sitzung des Stadtentwicklungs-Ausschusses. Bauaufsichtsamtsleiter Hans-Jürgen Borstel will einen steinernen Markt.

Stendal. Ist der Kornmarkt erst einmal fertiggestellt, kann im kommenden Jahr mit der Sanierung des Marktplatzes sowie der Straße Am Markt begonnen werden. So lautet zumindest der Plan der Stadtverwaltung (AZ berichtete).

Doch im Vorfeld gibt es noch Unstimmigkeiten, bei denen die geplanten Baumpflanzungen im Vordergrund stehen. Acht niedrigwachsende Bäume sollen in einer Reihe gepflanzt werden – entweder vor den Geschäftshäusern an der Straße Am Markt oder gegenüberliegend direkt auf dem Marktplatz. „Nur wenn die Baumreihe hausseitig gepflanzt wird, wirkt der Marktplatz auch richtig. Diese Variante wird von uns bevorzugt“, so Georg-Wilhelm Westrum, Leiter des städtischen Bauamtes. Linke-Stadtrat Jörg-Michael Glewwe findet: „Bei dieser Variante könnte es passieren, dass man plötzlich die Geschäfte nicht mehr sieht.“

An der Diskussion im Rahmen der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses nahm auch der verantwortliche Architekt Andreas Möhlmann teil. Auch er machte deutlich, dass er die erste Variante, bei der die Bäume vor den Geschäften stehen, präferiert. „Wenn Sie dann vor den Geschäften stehen, haben Sie den Prachtblick auf das Rathaus“, so Möhlmann. Die Denkmalbehörde würde es bevorzugen, wenn gar keine Bäume gepflanzt würden.

Mit dem „Prachtblick“ meint der Architekt die unverstellte freie Sicht in Richtung Osten. Laut eines Berichts von Georg-Wilhelm Westrum würde eine Baumreihe vor den Geschäftshäusern die Fußgängerflächen atmosphärisch aufwerten. Auch die Aufenthaltsqualität werde gesteigert.

„Favorisiert ist immer ein steinerner Markt“, ergänzte Hans-Jürgen Borstel, Leiter des Bauaufsichtsamtes. Der Marktplatz solle weiterhin problemlos für Veranstaltungen genutzt werden können. Dem solle mit einer Baumreihe vor den Geschäften Rechnung getragen werden.

Katrin Kunert (Linke) könne sich auch gut einen grünen Markt vorstellen. Sie sieht die Verantalter in der Verantwortung, sich bei der Organisation nach den Bäumen zu richten.

„Bäume haben immer auch eine weisende Wirkung. Sie grenzen in diesem Fall die Parkplätze vom Gehweg ab“, erinnerte Andreas Möhlmann an die geplanten Stellflächen vor den Geschäftshäusern. Die komplette Baumaßnahme soll rund 735 000 Euro kosten. Nach der Marienkirchstraße im vergangenen Jahr und dem Kornmarkt in 2015 wären dann alle Straßen und Gehwege entlang der so genannten „Geschäftsspange“ rund um das Rathaus wieder instandgesetzt. Die Mittel für die Marktsanierung sind bewilligt und stammen unter anderem aus dem Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“.

Von Mike Höpfner

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