320 Asylbewerber in 17 Sprachkursen / „Flüchtlinge bringen Chancen“

Ausländer-Anteil am Arbeitsmarkt altmarkweit sehr gering

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Raiss Yassin aus Syrien (hier mit Deutsch-Lehrer Achim Lippert) kann nach einer Woche das Alphabet aufsagen.

mei Stendal. Sieben Bildungsträger bieten altmarkweit Sprachkurse für Flüchtlinge an, die von der Arbeitsagentur gefördert werden. Aktuell laufen nach Angaben der Stendaler Agentur 17 Kurse mit 320 Teilnehmern.

Einer davon ist der zehnjährige Raiss Yassin aus Syrien. Nach nur einer Woche kann er bereits das Alphabet aufsagen. Ali Omar, ein weiterer Kurs-Teilnehmer, spricht schon vier Sprachen, nämlich griechisch, arabisch, türkisch und kurdisch. Er will schnell deutsch lernen, um dann einer Arbeit nachgehen zu können.

Dass der Arbeitsmarkt ausländische Arbeitnehmer braucht, belegen die Zahlen: Im März dieses Jahres waren beispielsweise altmarkweit 869 ausländische Arbeitnehmer beschäftigt. Das war im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von 178 Personen bzw. 26 Prozent. Der Ausländeranteil an allen Beschäftigten ist in der Altmark aber weiterhin gering. Aktuell liegt er bei 1,4 Prozent. Zum Vergleich: Der Bundesdurchschnitt liegt bei 8,9 Prozent. „In Anbetracht vieler freier Lehrstellen, wachsender Fachkräftebedarfe und alternder Belegschaften sollten wir uns mehr über die Chancen unterhalten, die die Geflüchteten für die Region bringen“, rät Stendals Arbeitsagentur-Chef Markus Nitsch. Seit Anfang November finanziert die Bundesagentur für Arbeit Sprachkurse für Geflüchtete. Die Förderung gilt für Kurse, die bis zum 31. Dezember beginnen. Die Lehrgänge richten sich an die Männer, Frauen und Kinder, die aus Ländern wie Syrien, Eritrea, dem Iran und Irak kommen und damit Aussicht auf einen dauerhaften Aufenthalt in Deutschland haben.

Von Ulrike Meineke

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