„Run“-Projekt bietet Melanie Kunke eine neue Chance

Zurück ins Berufsleben: „Im August können Sie anfangen“

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Christian Doogs vom RUN-Team hat Melanie Kunke (27) auch hinsichtlich ihrer Bewerbungsmappe beraten. Diese ist jetzt optimiert und hat die junge Frau für Arbeitgeber interessant gemacht. Kunke fand über RUN einen neuen Job.

Stendal. Lange arbeitete Melanie Kunke darauf hin, wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Etwa hundert Bewerbungen hat die Stendalerin ins gesamte Bundesgebiet verschickt. Seit Dezember war die 27-Jährige auf Arbeitssuche.

Damit ihre Bewerbungen optimal formuliert und gestaltet sind, wandte sich Kunke an die Mitarbeiter des Projektes „Ressourcen unter 30 nutzen“ (RUN). Christian Doogs, Vermittler auf der Seite des Jobcenters, gab der jungen Frau auch in Einzelgesprächen Tipps.

Kunke war motiviert, etwas Neues zu finden, und froh, in dem Projekt einen Anlaufpunkt gefunden zu haben. „Das Besondere ist die Gruppenarbeit“, sagt Miriam Bundschuh, Mitarbeiterin im fünfköpfigen RUN-Team, zu der neuen Form der Beratung, die erst seit Januar erprobt wird. Der Erfolg zeigt sich schon jetzt: Während viele am Anfang völlig verschüchtert seien, gewännen sie später an Selbstbewusstsein, sagt Bundschuh. Ab der zweiten Sitzung werden die Stärken jedes Einzelnen herausgearbeitet. In den Gruppen sind etwa acht Personen. Wichtig sei auch die enge Bindung an die Arbeitgeber, die zu den Gruppensitzungen kommen. Kunke erzählt von der Hilfe beim Beschaffen von Adressen potenzieller Arbeitgeber. Das sei sehr hilfreich gewesen. Seitdem sie in RUN eingegliedert war, hatte die 27-Jährige wesentlich mehr Bewerbungsgespräche.

Das Projekt des Jobcenters hat schon jetzt erstaunlich gute Vermittlungsquoten. Von 42 Teilnehmern im vergangenen halben Jahr konnten 23 in Arbeit vermittelt werden. Das ist eine Quote von mehr als 50 Prozent. Allerdings ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt auch entspannter als noch vor einem Jahr. Aktuell gibt es in Stendal 421 junge Arbeitslose im Alter von 15 bis 25 Jahren.

Für Melanie Kunke war es bereits die sechste und – wie sich herausstellen sollte – letzte Veranstaltung bei RUN seit ihrem Eintritt im Februar. Ausgerechnet bei der Zusammenkunft in dieser Woche kam der erlösende Anruf einer Zeitarbeitsfirma.

„Sie können im August anfangen“, sagte die Stimme am Telefon. Die junge Mutter kann ihr Glück kaum fassen. Heute geht sie zu ihrem neuen Arbeitgeber, um die Formalien zu besprechen. Eingesetzt werden soll sie als Verkäuferin in einem Geschäft für Markensachen zweiter Wahl in Stendal.

Für die Alleinerziehende ist ein Traum in Erfüllung gegangen, denn sie hat Arbeit und kann in Stendal bleiben. Die 27-Jährige wird von ihren Eltern unterstützt – auch bei der Betreuung ihres Kindes.

Von Ronny Kauerhof

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