Von Woche zu Woche

Zur Fußball-EM 2016: Auch die Mätzchen wollen wir sehen

Endlich ist die Fußball-Pause vorbei, endlich EM. Zu schade, dass wir diesmal nicht so eine Cristiano-Ronaldo-Show wie bei der WM in Brasilien erleben dürfen – ein öffentliches Training und ein Nacktmodel mit Nr. 7 auf dem Rücken wird es diesmal nicht geben.

Heutzutage ist Fußball nicht einfach nur Fußball, die Profis müssen ein Image haben. Wie „CR7“ eben. Schnell nochmal über die gegelte Frisur streichen, bevor man(n) den Elfmeter schießt. Und immer wieder schön zu sehen sind seine Schimpftiraden mit dem Schiri, wenn er (angeblich) gefoult wurde. Ronaldo eben. Ja, der Portugiese hat ein Image, schließlich ist er „Bester Spieler der Welt“ und weiß, dass er auch noch gut aussieht. Klar schauen wir Frauen einmal öfter hin, wenn er am Spielende sein Trikot abstreift ...

Der 31-Jährige verdient super – auch an Hosen, Hemden und Unterwäsche mit seinen Initialen. Jetzt ist er auch noch ins Hotelgeschäft eingestiegen. Vier „CR7“-Nobelhotels sollen nächstes Jahr gebaut werden.

Da können unsere deutschen Top-Kicker wie Mesut Özil oder Mario Götze nicht mithalten. Zumindest haben sie ihr eigenes Logo – ein O mit zwei Punkten und ein G in Pfeilform.

Frisurentechnisch sind ja die meisten Fußballer sehr eitel und eigen, nicht nur in der ersten Liga. Die Ausleihe David Kinsombi zum Beispiel, der von Karlsruhe nach Magdeburg zum 1. FCM ausgeliehen war, machte nicht nur spielerisch eine gute Figur auf dem Platz. Da fragt man sich, welchen Kleber die Kicker verwenden, um ihr Haar 45 Grad schräg in die Höhe zu stellen und vor allem auch dort zu halten. Die Frisur jedenfalls macht alles mit, auch wenn sie schweiß-nass ist.

FCM-Torjäger Christian Beck kann mit Blick auf Ronaldo & Co. auch nur mit den Augen rollen. Er konzentriert sich auf das, was wirklich wichtig ist: Fußball spielen und Tore machen. 18 Bälle hat der 28-Jährige in der vergangenen Saison versenkt. Er wird in der „Kicker“-Rangliste wegen seiner nicht so glücklichen Rückrunde zwar nicht mehr als „herausragend“ geführt, sondern rutschte ins „Blickfeld“, aber im Transfermarkt als Indikator für den Marktwert hält er sich bei 425 000 Euro. Für Ronaldo wohl ein Taschengeld ...

Schuster, bleib bei deinen Leisten, sagt ein Sprichwort. Aber mal ehrlich: Die Ronaldos sind es doch auch, die wir sehen wollen, mit allen Mätzchen. Und vielleicht animiert der nackte, zugegebenermaßen makellose Oberkörper des Stars auch so manche Frau, sich mehr mit Fußball im Allgemeinen und eben auch im Besonderen zu beschäftigen. Also liebe Männer, nach dem Spielende nicht gleich umschalten.

Dann drücken wir unserer Mannschaft mal die Daumen und sind gespannt darauf, wie Ronaldo sein Zwicken im Oberschenkel demonstriert.

Von Ulrike Meineke

Rubriklistenbild: © dpa

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