Unterhaltungsverband schickt seltenes Mähgerät zum Mähen von Schilf und Gras auf die Uchte

Arneburger steuert „Amphi-King“

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Holger Swintek sitzt im Cockpit eines in der Republik noch seltenen Mähgeräts. Das Amphibienboot wird im niedersächsischen Meppen gebaut. Es kann schwimmen wie ein Boot, aber auch fahren, wie eine Baumaschine.

Eichstedt. Elegant ins Wasser gleiten – das gelingt nur wenigen Kraftprotzen.

Für „Amphi-King“, ein in der Republik bislang eher selten eingesetzter Spezialgerät aus dem Hause eines vor fünf Jahren im niedersächsischen Meppen gegründeten Unternehmens, aber ist es überhaupt kein Problem, vom Ufer ins Wasser zu krabbeln.

Das Amphibien-Mähboot schippert derzeit auf der Uchte bei Eichstedt. Am Steuer der Leichtmetallkonstruktion sitzt Holger Swintek. Der Arneburger mäht Schilf und Gras bis auf den Grund, die Sohle, des Uchteflusses. Auftraggeber ist eine in Stendal ansässige Firma, die wiederum im Auftrag des zuständigen Unterhaltungsverbandes auf den Flüssen der Region im Einsatz ist.

„Wir mähen die Uchte von Osterburg, wo sie in den Aland mündet, bis Stendal. Und wir mähen den Tanger vom Deutschen Eck bei Demker bis zu seiner Mündung nach Tangermünde“, erklärt Arne Bremer der AZ. Dem Geschäftsführer des Stendaler Betriebes zufolge wird die Sohle der Flüsse einmal jährlich auf Vordermann gebracht. Dazu setzt die Firma nun auf das Talent des Amphibienmähboots, das laut Bremer nur dreimal in Deutschland vertreten ist.

Für den Vortrieb sorgen zwei Schrauben am Heck des Amphi-King. Die Mähbalken sind horizontal und vertikal montiert, sodass das Schilf und Gras auf dem Grund des Flusse beschnitten werden kann. Das Spezialgerät kann je nach Bedarf auch zum Räumen oder Entschlammen eingesetzt werden. Amphi-King verfügt über eine leichte, aber stabile Leichtmetallkonstruktion. Angetrieben wird das Amphibiengerät von einem wassergekühlten Dieselmotor, der eine Leistung von 75 PS hat. Amphi-King kann schwimmen, wie ein Boot und fahren, wie eine Baumaschine. Sein pontom-umspannter Kettenantrieb macht es überhaupt erst möglich, dass der maritime Rasenmäher eine so gute Figur macht beim Eintauchen ins Nass.

Momentan hat der Arneburger im Cockpit von Amphi-King noch alle Hände voll zu tun mit dem unerwünschten Grün der Uchte. „Wenn ich mit der Uchte fertig bin, nehme ich mir den Tanger vor“, berichtet Swintek der AZ. Was der Elbestädter mit Amphi-King anstellt, nennt sich in Fachkreisen schlicht „Krauten“ – denn die Pflege des unerwünschten Grüns ist eine alljährliche Herausforderung zur Pflege und Instandhaltung von Fließgewässern.

Von Dieter Bandau

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