„Sollten Bänke und Bäume machen“ / Vorerst kein Geld für Ausbau

Architektin stellt Gestaltungsvorschläge für den Sperlingsberg vor

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Vorerst tut sich nichts am Sperlingsberg, im Haushalt sind momentan keine Mittel für eine grundhafte Sanierung des Platzes vorhanden. Im Stadtentwicklungsausschuss wurden dennoch fünf Gestaltungsvarianten diskutiert.

Stendal. „Ich bin etwas baff“, war die Reaktion von CDU-Stadtrat Thomas Weise auf die Gestaltungsvorschläge für den Stendaler Sperlingsberg.

Landschaftsarchitektin Daniela Süßmann aus Magdeburg präsentierte im Ausschuss für Stadtentwicklung fünf Varianten, die sich weniger mit dem Aufstellen von Blumenkübeln und Bänken als vielmehr mit dem grundhaften Ausbau des Sperlingsberges beschäftigten. „Vor Kurzem haben wir uns noch über ein Parkverbot dort unterhalten und jetzt reden wir über den grundhaften Ausbau“, wunderte sich Weise.

„Die Materialien haben wesentlich an Kraft verloren. Die Fugen sind zerstört und instabil“, berichtete Süßmann über den Zustand des Geländes rund um die Sperlingsida. Möglich sei etwa, dass der Platz eine freie Fläche wird, die sich bis auf die gegenüberliegende Seite der Rathenower Straße erstreckt. Auch eine Variante mit Sitzbänken rund um den Brunnen stellte Süßmann vor. Eine andere Variante beschreibt, dass der Sperlingsberg eine eigene Fläche wird, mit fest verfugten Pflastersteinen oder der gleichen Betonstruktur wie in der Breiten Straße.

„Wir bekommen rund um den Brunnen auch eine Bepflanzung des Platzes hin“, so Süßmann, „aber das ist in keiner Weise die bevorzugte Variante. Das gäbe auch Probleme mit der Behörde für Denkmalschutz.“ Neue Papierkörbe, Bänke und Lampen seien in allen Varianten inbegriffen. „Bänke und Bäume sollten wir machen“, findet CDU-Stadtrat Dirk Hofer.

„Wenn man sich mit der Gestaltung auseinandersetzen will, muss man sich auch mit dem Ausbau beschäftigen“, stellte Bauamtsleiter Georg-Wilhelm Westrum klar. Bevor es zu einem grundhaften Ausbau kommen kann, müssten sich die Ausschussmitglieder jedoch erst für eine Variante entscheiden. Daraus müsste dann eine entsprechende Beschlussvorlage erstellt werden, die nicht nur im Ausschuss für Stadtentwicklung, sondern auch im Stadtrat eine entsprechende Mehrheit bräuchte. „Das ist Zukunftsmusik“, so Westrum, „ich sehe im Moment auch gar nicht, wo wir das Geld dafür hernehmen sollen.“

Daniela Süßmann wurde dennoch bereits jetzt beauftragt, ein entsprechendes Konzept zu entwickeln. „Wir wollten Gestaltungsvorschläge von Fachleuten haben“, begründet Stadtsprecher Klaus Ortmann die Entscheidung der Verwaltung. Was die Planungsarbeiten gekostet haben, konnte er nicht beziffern. „Wenn es nur darum ginge, ein paar Bänke aufzustellen, hätten wir als Stadt das auch alleine gekonnt“, so Ortmann. Im vergangenen Jahr brachte das Planungsamt eigene Entwürfe für den Sperlingsberg in den Stadtentwicklungsausschuss ein und wurde von Seiten einiger Stadträte scharf kritisiert (AZ berichtete). „Daher haben wir diesmal die Planung an Dritte abgegeben.“ Ortmann weist auch auf den geplanten Ausbau der Rathenower Straße und des Schadewachtens in den kommenden Jahren hin. „Da könnte das Umfeld ja im Einklang mit dem Sperlingsberg gestaltet werden“, so der Stadtsprecher auf AZ-Anfrage.

Von Mike Höpfner

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