Für Kinder wie Eida

„Amicus“ widmet sich derzeit insbesondere syrischen Kindern

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Zwei Wohnungen an der Stadtseeallee stehen der Bildungs- und Begegnungsstätte „Amicus“ aktuell zur Verfügung. Migrationsarbeit leisten die Mitarbeiter seit 1997. Die Quantität an Aufgaben hat sich in diesem Jahr jedoch vervielfältigt.

Stendal. „Ich hab Hände, sogar zwei, und auch Haare mehr als drei...“ Das Lied von Peter Wackel geht ins Ohr und bleibt im Kopf. Eida ist noch immer begeistert, als sie mit ihrer Mutter vor der Begegnungsstätte „Amicus“ steht.

Das Kind möchte den Text in deutscher Sprache gern lernen. Die Mutter versucht, dies gegenüber Ines Ranke, Leiterin des DRK-Treffs, deutlich zu machen. Sprachlich kommen sie in diesem Moment nicht zusammen, nehmen es aber mit Humor. Ein Anruf der Frau hilft. Die Person am anderen Ende der Leitung spricht Deutsch, übersetzt für Ranke, dass es toll wäre, wenn die Textzeilen vom „Lied über mich“ aufgeschrieben werden könnten – für Eida.

Migrationsarbeit ist in Stendal nichts Neues. Seit 1997 gibt es dieses vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) organisierte Angebot. Zu Beginn ging es vor allem um die Integration von Spätaussiedlern aus osteuropäischen Ländern.

Nun sind es vor allem syrische Familien, die für ein Übermaß an Beschäftigung sorgen. Die Arbeit hat sich quantitativ seit diesem Jahr stark verändert. „Zurzeit sind wir satt“, macht Ranke deutlich. Die Freude an der Arbeit mit den Migranten, die erlebte Dankbarkeit trotz der Herausforderungen, das alles ist ihr in diesem Moment anzumerken. Dabei ist das „Amicus“ nicht die einzige Einrichtung, die „übervoll“ ist. 150 Kinder und Jugendliche werden in verschiedenen Kurs-Angeboten betreut – vom Töpfern über Nähen, Theater bis zumTanzen. Besonders Kinder im Vorschulalter profitieren von der Begegnungsstätte, lernen Zahlen, Farben, aber auch Regeln wie Pünktlichkeit.

Einst hatte die Begegnungsstätte mehr Platz an der Karl-Liebknecht-Straße. Das räumliche Angebot verkleinerte sich mit dem Umzug an die Stadtseeallee. Jetzt wäre mehr Raum als in die zwei Wohnungen bieten nützlich. Auch, wenn das Büro im Aufgang mit der Nr. 106 eigentlich genau dort ist, wo jene Menschen leben, die die Angebote auch nutzen. Gibt es Probleme mit den Asylsuchenden? „Nein, die Kinder sind toll und die Eltern auch“, sagt Ranke. Probleme gebe es eher mit betrunkenen Einheimischen.

Neben den Platzproblemen gibt es einen Mangel an ehrenamtlichem Personal. „Wir suchen jemanden, der nähen, stricken und häkeln und dies auch vermitteln kann.“

Von Alexander Postolache

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