Fast 5000 Menschen könnten, rein rechnerisch, vom Tourismus leben

Wer in der Altmark übernachtet, lässt pro Tag 83,50 Euro in der Region

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Tourismus als wichtiger Umsatzfaktor: 83,5 Millionen Euro des touristischen Gesamtumsatzes in der Altmark (184 Millionen Euro) entfallen direkt auf das Gastgewerbe.

Altmark. Knapp 5000 Altmärker können – rein rechnerisch betrachtet – vom Tourismus in der Region leben. Das hat die dwif-Consulting GmbH München ausgerechnet. Denn die Tourismusbranche in der Altmark erwirtschaftet pro Jahr einen Bruttoumsatz von 184 Millionen Euro.

Die Altmark ist zwar die kleinste der fünf Reiseregionen in Sachsen-Anhalt, sie wachse aber überdurchschnittlich. So konnten die Übernachtungszahlen in den vergangenen zehn Jahren um knapp 50 Prozent gesteigert werden. In den ersten drei Monaten 2016 haben 12,1 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres in der Altmark übernachtet. Das ist nach dem Buga-Jahr 2015 ein Rekordergebnis und erneut ein Spitzenwert im ganzen Land Sachsen-Anhalt.

Für den Tourismusverband bedeuten diese Zahlen, dass die Altmark auch nach dem Gästeboom durch die Bundesgartenschau in der Havelregion bei Besuchern beliebt bleibt. Im vergangenen Jahr hatten 630 000 Menschen in der Region übernachtet.

„Der Tourismus hat sich zu einem stabilen und bedeutenden Wirtschaftsfaktor für die Region entwickelt“, konstatiert Mandy Hodum, Geschäftsführerin des altmärkischen Tourismusverbandes.

Mit durchschnittlich 4,7 Übernachtungen pro Einwohner belegt die Altmark nach dem Harz weit vor den anderen Reisegebieten den zweiten Platz im Bundesland. Durchschnittlich 83,50 Euro gibt jeder Übernachtungsgast in der Altmark pro Tag aus. „Das ist ausbaufähig“, sagt Hodum.

Die Studie belegt: Egal, ob Gastgewerbe, Einzelhandel, Dienstleister oder Zulieferer wie regionale Produzenten und Handwerksbetriebe, es gibt kaum einen Wirtschaftsbereich, der nicht vom Tourismus profitiert. Rund 83,5 Millionen Euro des touristischen Gesamtumsatzes in der Altmark entfallen direkt auf das Gastgewerbe. Mit 64,1 Millionen Euro bekommen aber auch der Einzelhandel und mit 36,1 Millionen Euro das Dienstleistungsgewerbe ein großes Stück vom Umsatzkuchen ab.

Trotz aller Erfolge und Anstrengungen habe der Altmark-Tourismus noch nicht überall den Stellenwert, den er verdient, meint Verbandschefin Hodum. In vielen Kommunen werde die Bedeutung des Tourismus als freiwillige Aufgabe weiterhin unterschätzt.

Von Ulrike Meineke

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