Jeder fünfte unter 15-Jährige ist von Armut bedroht / Aufwärtstrend erkennbar

Altmark: 4985 Kinder leben von Hartz IV

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Hartz IV-Kinder leiden mitunter unter sozialer Ausgrenzung. In der Altmark ist jedes fünfte Kind von Armut bedroht.

mei Stendal. In der Altmark ist jedes fünfte Kind von Armut bedroht. Aber der Trend ist positiv: Immer weniger Kinder müssen in beiden Altmarkkreisen von Hartz IV leben.

Nach Angaben der Stendaler Arbeitsagentur sank die Zahl der unter 15-Jährigen, die die staatliche Grundsicherung erhielten, in den fünf Jahren von Juni 2010 bis Juni 2015 von 5968 auf 4985. Das entspricht einem Rückgang um 16,5 Prozent.

Arbeitsagenturchef Markus Nitsch hält diesen Trend für „ein ermutigendes Zeichen“, denn Kinder würden besonders unter sozialer Ausgrenzung leiden.

Damit auch die von Armut bedrohten Kinder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können, gibt es das sogenannte Bildungs- und Teilhabepaket. Darauf weist Dr. Marion Emmer, Geschäftsführerin des Stendaler Jobcenters, mit Blick auf den morgigen Internationalen Kindertag hin. Denn aufgrund der wirtschaftlichen Situation dieser Familien seien einige von Ausgrenzung und Stigmatisierung bedroht. „Besonders gefährdet sind die Kinder, deren Eltern beide arbeitslos sind oder die bei einem Elternteil aufwachsen, das keinen Job hat“, weiß Nitsch. Um aus der Armut her-auszukommen, würden solche Eltern nicht irgendeinen Job, sondern eine möglichst gute und nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt brauchen. Grundlagen dafür seien Bildung und Qualifikation sowie eine Verbesserung der Kinderbetreuung auch in Randzeiten.

„Armut darf sich nicht ‚vererben‘. Insbesondere Kinder brauchen klare Perspektiven und müssen Arbeit und Teilhabe als Normalität empfinden“, sagt Nitsch. Deshalb sei es umso wichtiger, Beschäftigungsmöglichkeiten für betroffene Eltern zu erschließen.

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