Stendal: Guter Kontakt zu Nachbarn im Fokus

Islamische Gemeinde erteilt Störenfried Hausverbot

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Den Muslimen der islamischen Gemeinde geht es vor allem um guten Kontakt zur Nachbarschaft.

Stendal. In der Islamischen Gemeinde Stendal ist am Wochenende der Vorstand zu einer ausgiebigen Besprechung zusammengekommen. Hintergrund waren die vermehrten Polizeieinsätze vor den Räumlichkeiten der Moschee (AZ berichtete).

Doch nicht nur Zwischenfälle aus der jüngsten Vergangenheit wurden aufgearbeitet. Die Gemeinde-Mitglieder haben sich auch über den aktuellen sowie künftigen Umgang mit ihrer Nachbarschaft im Stadtseegebiet Gedanken gemacht.

„Was hier passiert, ist mit Bautzen nicht vergleichbar. Es handelte sich lediglich um Einzelfälle“, berichtet Vorstandsmitglied Dr. Sami Mukbel im AZ-Gespräch. Bei einem Streit um nicht vorhandenes Wechselgeld habe es sich beim Täter um einen der Gemeinde bekannten Mann gehandelt. „Dieser Mann ist nicht Mitglied unserer Gemeinde“, betont der Facharzt für Urologie, „zum Glück haben wir alles in den Griff bekommen. Wir haben ihm jetzt Hausverbot erteilt.“ Bei dem zweiten Vorfall, zu dem die Polizei vor Ort war, sei es Nachbarn zu laut gewesen. „Das war im Nachgang eines Festes in unserer Gemeinde und ist unserer Meinung nach nicht übermäßig laut gewesen“, so Mukbel.

Die islamische Gemeinde selbst habe die Polizei noch nicht verständigen müssen. Damit dies auch so bleibt, geht es den Muslimen insbesondere bei der Planung und Umsetzung größerer Feste um die Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort. „Wir legen viel Wert auf guten Kontakt zu unseren Nachbarn“, so der Mediziner. Dazu gehöre für die gläubigen Menschen ebenso, dass auch die Nachbarn zu Festakten, wie etwa dem Zuckerfest nach dem Ende des Ramadans, eingeladen werden. Zum Abschluss des traditionellen Fastenbrechens haben auch rund 300 Mitglieder der Rolandstädter Gemeinde Anfang Juli zusammen gebetet. Im Anschluss gab es auf dem Gelände ein großes Fest, denn gleichbedeutend mit dem Ende des Ramadans dürfen die Muslime wieder bei Tageslicht essen.

„Wir machen uns natürlich auch im Vorfeld solcher Veranstaltungen unsere Gedanken. Mit unseren Nachbarn haben wir uns bislang immer sehr gut verstanden. Darauf legen wir viel Wert“, so Mukbel. Auch für künftige Feste rund um die Inhalte des Islams will die Gemeinde an dieser Herangehensweise festhalten und, wenn möglich, Streitereien in den eigenen Reihen bereits vor einer Eskalation verhindern.

Von Mike Höpfner

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