Für möglichen Neubau der Petrikirchhofschule legt Verwaltung dem Fachausschuss Varianten vor

Alles andere als ein Auslaufmodell

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Die Kinder können sich auf einen Kletterparcours auf dem Schulhof freuen.

Stendal. Ein Ausbau oder sogar Neubau der Grundschule „Petrikirchhof“ in Stendal wird wieder wahrscheinlicher. Die Verwaltung hat mehrere Varianten für die zukünftige Bildungslandschaft in der Kernstadt erarbeitet und will diese am 13. September im Fachausschuss vorstellen.

An einigen Unterrichtsorten ist es enger geworden, so lernen in der Petrikirchhofschule in diesem Jahr mehr als 130 Kinder, deutlich mehr als sonst. Es konnten sogar drei erste Klassen gebildet werden. „Damit nähert sie sich ihrer Kapazitätsgrenze“, weiß Stadtsprecherin Sandra Slusarek. Das Rathaus hält den Standort für notwendig. Von einer Schließung wegen sinkender Kinderzahlen ist schon länger keine Rede mehr.

Bereits vor gut fünf Jahren standen die Zeichen auf eine Erweiterung der Schule. Inwieweit auf diese Pläne zurückgegriffen werden kann, muss sich zeigen. Ein Demografiecheck hatte damals Verantwortliche in Politik und Verwaltung laut über ein Aus der altehrwürdigen Schule nachdenken lassen. Zwischenzeitlich wollte ein Verein in dem Gebäude am Petrikirchhof eine evangelische Schule einrichten, alles Schnee von gestern. Es sind mehr Grundschüler vorhanden als prognostiziert. Mit etwa 400 Kindern ist der Geburtsjahrgang 2009 in Stendal besonders stark vertreten. Der Stadtrat wird sich nach den Ausschüssen abschließend mit der baulichen Zukunft der Schule befassen.

Handwerker haben schon jetzt auf dem Gelände zu tun. Sie errichten einen Kletterparcours, der aus vier Elementen besteht. „Diese Spielgeräteart ist im Workshop mit den Schülern vorgeschlagen worden“, informiert Slusarek auf Nachfrage der AZ. Die Anlage kostet die Einheitsgemeinde etwa 6500 Euro. Auch vor allem in den Sommerferien waren Arbeiter bereits aktiv. So wurde unter anderem die Regenentwässerung auf dem Hof erneuert, eine Brandmeldeanlage im Hauptgebäude installiert sowie ein zweiter Rettungsweg für die Turnhalle geschaffen. Unterm Strich liegen die Kosten bei annähernd 148 000 Euro.

Es gibt wenig Platz, auch auf dem Schulhof. „Das Spielgerät war der Wunsch der Grundschule und des Hortes und erscheint hier auch sinnvoll“, kommentiert Slusarek einen möglichen Einwand, den Platz doch besser als Turnecke zu nehmen. Die Schule nutze vielmehr für den Sportunterricht die eigene Turnhalle, den Hartungswall und das Leichtathletikstadion „Am Galgenberg“.

So oder so, die Petrikirchhofgrundschule scheint im Umbruch, die nächsten Monate könnten für den Komplex im Herzen der Stadt entscheidend werden. Die Eltern seien in den Diskussionsprozess über die Ausbauvarianten einbezogen, unterstreicht Stadtsprecherin Slusarek nach Kritik aus dem Kreiselternrat (die AZ berichtete): „Dazu ist die Verwaltung von Anfang an bereit.“

Von Marco Hertzfeld

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