Originale des Stendaler Sparkassen-Skandals vernichtet / „Das ist der Gipfel“

Sparkassen-Skandal: Bis zu 77 Akten geschreddert

+
Justizzentrum Magdeburg: Hier wurden die Stendaler Sparkassen-Akten „aus Versehen“ geschreddert. Die Originale lagen angeblich aus Platzgründen in einer Aservatenkammer – zusammen mit Dokumenten, die vernichtet werden sollten.

Stendal. „Das klingt alles wie in einem schlechten Wirtschaftskrimi, nur leider ist es Realität“, sagt Eva von Angern, rechtspolitische Sprecherin der Linkspartei im Landtag.

In der Staatsanwaltschaft Magdeburg wurden am Dienstag „umfangreiche Originalakten“ aus dem Prozess der Kreissparkasse Stendal gegen ihren ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Dieter Burmeister geschreddert (AZ berichtete), bestätigte gestern auch Frank Baumgarten, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft in Magdeburg.

Passen dazu: Totschweigen schafft kein Vertrauen

„Es handelt sich um Akten der Anzeigeerstatterin, die diese der Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt hat, um ihre Vorwürfe zu untermauern“, so Baumgarten. Anzeigeerstatterin ist die Kreissparkasse Stendal. Über den Umfang der geschredderten Akten wollte sich Baumgarten nicht äußern. Landrat Carsten Wulfänger, Vorsitzender im Verwaltungsrat der Stendaler Sparkasse, teilte auf Anfrage der AZ mit, seinerzeit seien 77 Akten an die Staatsanwaltschaft übergeben worden. Es habe sich vorwiegend um Akten aus dem Baubereich gehandelt.

Oberstaatsanwalt Frank Baumgarten bezeichnete es als ein „Augenblickversagen mit schwerwiegenden Konsequenzen“. Es wäre alles in allem ein „sehr unglücklicher Vorgang“ gewesen. Die Originalakten wurden in der Staatsanwaltschaft aus Platzgründen in einer Aservatenkammer gelagert – zusammen mit Dokumenten, die vernichtet werden sollten. „Die Aservate werden nicht so häufig gebraucht und nur zur Bearbeitung hervorgeholt“, so Baumgarten. Die lange Kette der Akten-Prüfungen in der Staatsanwaltschaft habe ordnungsgemäß stattgefunden. Die Frage, ob die zu schreddernden Akten vor der Vernichtung noch einmal geprüft werden, verneinte Baumgarten. Der Zugriff Dritter auf die Aservate sei „definitiv ausgeschlossen“.

„Wir werden eventuell auch über dienstrechtliche Konsequenzen nachdenken müssen“, sagte Baumgarten gegenüber AZ, „aber davon kommen die Akten auch nicht wieder.“

Dieter Burmeister wird vorgeworfen, der Kreissparkasse finanzielle Schäden in Millionenhöhe verursacht zu haben. Bei Bauvorhaben in der Rolandstadt habe er seine

Der komplette Artikel steht heute in der gedruckten sowie auch in der digitalen Ausgabe.

Von Mike Höpfner

Kommentare