Ideen in Sachen Kinderfreundlichkeit werden gebündelt

Ärmel hoch für die „Zukunftsstadt“

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Susanne Borkowski vom Verein Kinderstärken verdeutlichte den Vertretern aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Vereinen, welche Ziele das Projekt hat.

Stendal. „Wer kann es sich leisten, nicht kinderfreundlich zu sein?“ Prof. Dr. Beatrice Hungerland stellte diese Frage an den Anfang ihres Vortrages, als sich Erwachsene im großen Saal des Stendaler Rathauses zusammenfanden, um über die kommenden zehn bis 15 Jahre zu sprechen.

„Zukunftsstadt“ ist der Titel des Wettbewerbes, an dem die Hansestadt Stendal als eine von 52 Kommunen teilnimmt, die aus 168 bundesweiten Bewerbern ausgewählt wurden. Ein Wettbewerb ist es deshalb, weil die 1,75 Millionen Euro Fördermittel aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung am Ende nicht allen Städten und Gemeinden zur Verfügung gestellt werden. Bis März 2016 soll ein Konzept auf dem Tisch des Ministerium und des Stendaler Oberbürgermeisters vorliegen, das in Form eines kurzen Animationsfilms präsentiert wird. Dem schließt sich die „Phase II“ an, in der 20 übrige Bewerber ihre Vorstellungen wissenschaftlich prüfen – der Standortvorteil Stendal mit den Kindheitswissenschaftlern der Hochschule könnte von Vorteil sein. Erst ab 2018, in der dritte Phase, sollen dann acht Auserwählte in „Reallaboren“ ihre „innovativen Ideen“ in die Tat umsetzen. So sind die Vorgaben aus dem Bundesministerium.

Was machen die Hansestädter nun? In dieser Wochen schlossen sie sich zusammen, um in fünf Arbeitsgruppen Ergebnisse aufs Papier zu bringen.

Die Gruppen bestehen aus Vertretern aus Verwaltung und Politik, Bildungsinstitutionen, Bürgern und Vereinen, Kindern und Jugendlichen und bringen zudem Menschen aus der Rubrik „Leben und Arbeit“ an einen Tisch.

Hauptakteure sind dabei der Verein Kinderstärken unter der Leitung von Susanne Borkowski, die Hochschule sowie die Stadt Stendal mit ihrer Verwaltung. Oberbürgermeister Klaus Schmotz sagte, dass den demografischen Wandel nicht nur ein Anstieg der Anzahl älterer Bürger ausmache. Es sei besonders eine Aufgabe, Möglichkeiten zu finden, dass jungen Menschen Chancen gegeben werden, in Stendal zu bleiben. Das Projekt sei eine gute Ergänzung zu jenem „Masterplan“, der stadtseitig von 2010 bis zum Jahr 2025 geschlossen wurde.

Angebote gebe es viele, machte Susanne Borkowski klar. Allerdings sei es nun an der Zeit, diese einzelnen Bemühungen in Sachen Bildung, Freizeit und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen zu bündeln.

Von Alexander Postolache

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