Berlinerin findet in Tangermünde ihre Motive und sinniert dabei über Tourismus

84-Jährige zeichnet Zukunft in eher behutsamen Farben

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Ur-Berlinerin Gisela Wilke hat sich in Tangermünde verliebt. Die 84-Jährige gehört zu einem Kunstzirkel, der die Kaiser- und Hansestadt in diesem Jahr für ein Pleinair ausgewählt hat.

Tangermünde. „Das Fachwerk rechts, links daneben der Bogen aus Backstein und dahinter stolz die Kirche – malerisch schön. “ Und eines der anspruchsvollsten Motive, die sich in Tangermünde finden ließen, meint Gisela Wilke.

Die 84-Jährige sitzt im Schatten eines Hauses der Roßfurt und zeichnet das Ensemble, das dank der intensiven Sonne an diesem Mittag farblich noch einmal besonders eindrucksvoll wirkt. „In den Gassen und Straßen müssten noch viel mehr Kunstfreunde sitzen, aus allen Ecken dieser Republik“, schwärmt sie gegenüber der AZ. Die frühere Lehrerin gehört zu einem Zirkel der Berliner Interessengemeinschaft (IG) „Bildende Kunst“, in dem sie seit Mitte der 80er-Jahre Mitglied ist. Insgesamt neun Senioren suchen gut eine Woche lang für ihre Arbeit die schönsten Plätze in der Elbestadt auf.

Freilichtmalerei gehört zum festen Programm der Gruppe. „Jedes Jahr findet ein Pleinair statt, wir waren schon in einigen schönen alten Städten.“ Vor zwei Jahren griffen die Freizeitkünstler schon einmal in Tangermünde zu Stift und Pinsel. „Wenn ich ehrlich bin, kannte ich die Altmark vorher so gut wie nicht“, gesteht die 84-Jährige schmunzelnd ein. Umso mehr fühle sie sich nun in der Kaiser- und Hansestadt wohl. Dass sich auch jetzt im Herbst, der ja so sommerlich sei, noch immer etliche Touristen in Tangermünde aufhielten, spreche für die Region. „Uns gefällt es hier richtig gut, man kann ihr nur wünschen, dass der Tourismus behutsam ausgebaut wird. Die Gegend hat Potenzial“, meint Wilke, die seit einiger Zeit bei ihrer Tochter in Brandenburg lebt.

Von Marco Hertzfeld

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