Tochter steht vor Gericht / Keine Schuldfähigkeit wegen psychischer Erkrankung

81-Jährige zusammengeschlagen

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Die 52-jährige Angeklagte mit ihrer Verteidigerin Heidrun Ahlfeld am Stendaler Landgericht.

mih Stendal / Gardelegen. Sie soll in die Wohnung ihrer 81-jährigen Mutter eingedrungen sein, soll die betagte Dame zu Boden geschlagen und ihr anschließend die Handtasche geklaut haben.

Wegen dieser und anderer Delikte muss sich eine 52-Jährige momentan vor dem Stendaler Landgericht verantworten. Dabei steht bereits fest, dass sie aufgrund einer paranoiden Schizophrenie schuldunfähig ist.

„Ich wollte eigentlich keine Aussage machen. Aber meine anderen Kinder haben mir gesagt, ich soll die Wahrheit sagen“, so die 81-jährige Geschädigte Lieselotte G. Ihre Tochter habe sie am Abend des 13. Februar 2016 in ihrer Wohnung aufgesucht, weil sie Geld von ihr haben wolle. „Das kam immer wieder mal vor. Ich habe sie dann rausgeschmissen“, berichtet G. Doch auch, dass die Rentnerin die Türklingel abgestellt hatte, soll ihre Tochter nicht vom Eindringen in die Wohnung abgehalten haben. „Die hat die Türe eingetreten und mich im Flur der Wohnung zusammengeschlagen“, so das Opfer. Resultat: mehrere gebrochene Rippen, Blutergüsse und ein gebrochener Oberkiefer. „Ich habe sechs Kinder groß gezogen, aber sowas habe ich noch nie erlebt“, berichtet die 81-Jährige im Zeugenstand.

„Das Ganze ist kein eigentliches Strafverfahren, sondern ein Sicherungsverfahren“, weiß Gerichtssprecher Dr. Michael Steenbuck. Das bedeutet, dass es nicht mehr vorrangig um ein Strafmaß geht. Vielmehr folgt dieses Verfahren einem Antrag der Staatsanwaltschaft. „Deswegen kommt die Angeklagte auch nicht in Haft, sondern ist derzeit in einer Klink in Uchtspringe untergebracht“, so Steenbuck. Dort soll die Angeklagte dann so lange bleiben, bis ihr Ärzte eine positive Prognose ausstellen können. „Oder bis sie eindeutig keine Gefahr für die Gesellschaft mehr darstellt“, fügt der Gerichtssprecher hinzu. Der Prozess am Landgericht wird fortgesetzt.

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