Smart-TV öffnet Ganoven Tür und Tor

Private besonders betroffen: 1501 Fälle von Cybercrime

ct Magdeburg. Traue keinem Fernseher. Er könnte kriminell sein. Zumindest die modernen Smart-TV öffnen Ganoven Tür und Tor, warnte Jürgen Schmökel, Direktor des Landeskriminalamtes, bei der Vorstellung der Bilanz 2014 für den Bereich Cyber-Kriminalität.

1501 Fälle von Cybercrime (früher Internet-Kriminalität genannt) wurden im vergangenen Jahr landesweit registriert. Das sind zwölf Prozent weniger als im Jahr zuvor. Der registrierte Schaden stieg dagegen mit 783 000 Euro gegenüber 643 000 im Vorjahr deutlich an. Den Löwenanteil davon macht Onlinebetrug (über Onlinehandels-Plattformen) aus. Betroffen seien in erster Linie Privatpersonen, die über das Internet abgezockt, bedroht, erpresst oder beleidigt (zunehmend rassistisch motiviert) werden. Neben Computern spielen Smartphones dabei eine wachsende Rolle. Was viele nicht wissen: Auch die Urheberrechtsverletzung durch illegales Herunterladen von Musik, Filmen und Fotos gehört zur Cyberkriminalität.

Einen Schwerpunkt für die Ermittler stellt die Kinderpornografie dar. Die Fallzahlen im Land stiegen von 165 im Jahr 2010 kontinuierlich auf 243 im vorigen Jahr. Hier machte besonders der Fall des früheren Geschäftsführer der Landesstelle für Kinder- und Jugendschutz von sich reden, der Tausende Kinderpornos gesammelt und verbreitet haben soll. Insgesamt 78 Beschuldigte konnten in diesem Komplex identifiziert werden. Bei den angezeigten Fällen von Kinderpornografie beträgt die Aufklärungsquote 90 Prozent. Rund 220 Täter und 300 Verdächtige blieben allerdings unbekannt.

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