Hansestadt präsentiert sich vor rund 160 Gästen in der Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt beim Bund in Berlin

Mit Winckelmann für Seehausen werben

Jürgen Schmidt ist mit historischen Themen bestens vertraut und schlüpfte vorgestern amüsant und geistvoll in die Rolle des berühmten Altertumsforschers Johann Joachim Winckelmann.

Seehausen/Berlin. Unter dem Motto „Winckelmann und Seehausen – Lehrjahre in der Altmark“ präsentierte sich die Hansestadt am Donnerstagabend in der Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt beim Bund in Berlin. Der Hintergrund: In den Jahren 2017 und 2018 jähren sich der 300.

Geburtstag und der 250. Todestag des Begründers der modernen Archäologie und Kunstgeschichte. In Vorbereitung und Einstimmung auf diese Jubiläen wird in der Landesvertretung jedes Jahr eine andere Lebensstation Winckelmanns in Sachsen-Anhalt vorgestellt. Den Auftakt machte 2013 Stendal, vorgestern nun folgte Seehausen. Auf Einladung der Winckelmann-Gesellschaft waren rund 160 Gäste zugegen.

In Seehausen war Winckelmann von 1743 bis 1748 als Konrektor tätig und unterrichtete Latein, Griechisch, Hebräisch, Geschichte und Rhetorik. Dass er sich dort überhaupt nicht wohlgefühlt hatte, vermittelte der Wittenberger Jürgen Schmidt, der sich mit historischen Themen bestens auskennt und schon für den großen Festumzug anlässlich der Seehäuser 850-Jahrfeier im Jahr 2001 verantwortlich zeichnete. Amüsant und geistvoll schlüpfte er in die Rolle des berühmten Altertumsforschers, der zu seinen Zeiten in Seehausen noch gar keiner war und erst Jahre später seinen Weltruhm begründete. Winckelmanns Ziel, nämlich nach Wissen und Kunst zu streben, blieb in Seehausen unerfüllt. Verhasst war ihm zudem das Pfaffentum, mit dem er ständig in Konflikt geriet. Nachdem er eine lukrativere Stelle in einem anderen Ort angeboten bekam, griff er mit den Worten zu: „Endlich raus aus diesem Mief, ich weiß nicht, was mich erwartet, aber alles ist besser als Seehausen.“ Für die Aufführung seines brillanten Einpersonenstücks erntete Schmidt viel Lob. Der Vorstand der Winckelmann-Gesellschaft legte an dem Abend spontan fest, die Jahreshauptversammlung Anfang Dezember in Seehausen abzuhalten. Dann wird Jürgen Schmidt erneut in die Rolle des Gelehrten schlüpfen und auch eine Führung durch die Hansestadt übernehmen.

Weitere Mitwirkende des bunten Abends waren der Posaunenchor der Seehäuser St.-Petri-Gemeinde unter Leitung von Friedemann Nitsch sowie Franka Rosenkranz und Susanne Schneider von den wischestädtischen Kunst- und Trödelmarktweibern. Beide machten im spritzigen Dialog auf die Sehenswürdigkeiten in der Hansestadt und deren Ortsteilen aufmerksam. Erwähnt wurden unter anderem die Petrikirche, die vielfältigen Veranstaltungen in der Salzkirche und in der Wischelandhalle, das Turmuhrenmuseum, das Waldbad und die Ausflugsgaststätte auf Barsberge. Unerwähnt blieben auch nicht die Lammspezialitäten der Schäferei Schuster in Beuster.

Beim anschließenden Empfang gab es lokale Spezialitäten, die Fleischer Kurt Wohlfahrt, Bäcker Olaf Buchholz und der Käsehof Kintra sponserten. Bürgermeister Detlef Neumann zeigte sich an dem Abend freudig überrascht. „Eine bessere Werbung hätten wir für Seehausen nicht machen können.“

Von Thomas Westermann

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