Gütliche Einigung nicht in Sicht / Stadtrat nimmt Antrag von der Tagesordnung

Werbens Weihnachtsstreit spaltet die Gemüter weiter

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Den bislang letzten Biedermeier-Christmarkt hat Jochen Hufschmidt (M.) am 12. Dezember 2015 eröffnet. 

Werben. „Es ist bedauerlich, dass man sich wegen persönlicher Animositäten nicht einigen kann“, lautet am Dienstagabend vor vollen Zuschauerreihen im Rathaussaal das Schlusswort des amtierenden Stadtoberhaupts zu einer verhärteten Debatte um den Streit über den Biedermeier-Christmarkt 2016.

Wolfgang Trösken wisse aber, dass bei vielen Werbenern der Wunsch besteht, im Dezember eine Weihnachtsfeier in der Stadt zu haben – obwohl der Verein „Arbeitskreis Werbener Altstadt“ (AWA) das Ereignis vor zwei Monaten abgesagt hat.

„Wir könnten eine Ersatzveranstaltung organisieren“, will CDU-Fraktionschef Michael Schnelle eine gütliche Einigung erreichen. Sein Antrag, die Hoheit über das Fest künftig an jedem dritten Adventswochenende in die Hände des Mühlenvereins Werben zu legen, dem er als Vorsitzender vorsteht, findet erwartungsgemäß keine Mehrheit – und wird letztlich von der Tagesordnung genommen. „Wir sollten die Entscheidung des AWA nicht umgehen, das finde ich falsch“, erklärt Stadtrat Bernd Schulze (UWG). Und verweist auf entsprechende Beschlüsse des Vereins Rot-Weiß Werben und „Werben für Kinder“, wonach ein Ersatzmarkt „nicht unterstützt“ werde. Auch Fraktionskollegin Elisabeth Gellerich lehnt den Vorstoß ab: „Wir sind dankbar für jeden, der etwas machen will, aber aufgrund der Vorgeschichte kann ich das nicht unterstützen.“ Ähnliche Töne schlägt auch Doreen Behrens an. „Der Biedermeier-Markt ist etwas ganz Besonderes, deswegen sind die Leute gekommen.“ Das UWG-Mitglied wendet sich auch direkt an den CDU-Fraktionschef. „Du kannst das dem AWA nicht streitig machen!“

Behrens kritisiert auch die inzwischen von der Verbandsgemeinde erteilten Auflagen. „Sind sie in dieser Form wirklich nötig“, nimmt sie Bezug auf die durch AWA-Chef Werner Eifrig erhobenen Vorwürfe gegen Arneburg-Goldbecks Verwaltung. „Die Brandwachen gab es zum halben Preis“, meldet sich daraufhin Bauamtsleiterin Simone Kuhlmann zu Wort. Und kündigt an, dass Verbandsgemeinde-Bürgermeister Eike Trumpf zu der Angelegenheit eine Pressemitteilung verfasst. In dem Papier soll auch Eifrigs massive Kritik an Ordnungsamtsleiter Karsten Rottstädt entkräftet werden, erfuhr die AZ am Mittwoch. Weil sich Rottstädt aber im Urlaub befindet, lag Trumpfs Erklärung zum Werbener Biedermeier-Streit bis Redaktionsschluss nicht vor.

Von Antje Mahrhold

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