Wahltermin für Bürgermeister in Werben steht fest / Streit schwelt weiter

Hufschmidt: "Soll er mich doch anzeigen"

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Es wird ein neuer Rathauschef in Werben gesucht.

kr/kah Werben. Die Bürger der weltkleinsten Hansestadt Werben können am 23. Oktober einen neuen Bürgermeister wählen. Der Stadtrat hat am Dienstagabend diesen Termin festgelegt. In der Sitzung herrschte jedoch teilweise eine frostige Stimmung.

Hintergrund: Jochen Hufschmidt hatte im Juni seinen Rücktritt angekündigt (die AZ berichtete).

Jochen Hufschmidt.

Ab dem 1. Oktober sei nun die Stelle des Bürgermeisters frei und neu zu besetzen. „Das Wahlverfahren ist einzuleiten“, heißt es in der dazugehörigen Vorlage. Das beschreibt in großer Nüchternheit die Konsequenz des vorherigen politischen „Hickhacks“, das zum Rücktritt des Bürgermeisters geführt hatte. Hufschmidt war zurückgetreten, weil es „Respektlosigkeit“ und „verletzende“ verbale Attacken von einzelnen Stadtratsmitgliedern gegeben habe (AZ berichtete). Außerdem habe es Diffamierung der ehrenamtlich Aktiven der Hansestadt, besonders in sozialen Netzwerken, gegeben, so hatte es Hufschmidt im Stadtrat am 21. Juni angeprangert.

Michael Schnelle.

Der Streit zwischen dem CDU-Stadtrat Michael Schnelle und dem noch amtierenden Bürgermeister steckt den Akteuren noch in den Knochen. Nun hat Hufschmidt öffentlich gegen den jüngeren Politiker ausgeholt. „Herr Schnelle soll mich doch anzeigen“, polterte er. Der Hintergrund: Schnelle hatte nach dem Rücktritt Hufschmidts (AZ berichtete) gemeint, der Bürgermeister wolle mit seinem Rücktritt „nur einem Amtsenthebungsverfahren zuvorkommen.“ Denn Hufschmidt habe, so meinte es Schnelle, keine neutrale Position als Hauptverwaltungsbeamter eingenommen. Stattdessen habe er sogar „Vorteilsnahme“ gegenüber dem Arbeitskreis Werbener Altstadt (AWA) betrieben. Seitdem sind die politisch interessierten Bürger der Hansestadt geschockt. Und nun ging Hufschmidt in die Offensive. Schnelle solle doch Anzeige erstatten. „Er bezichtigt mich einer Straftat. Dann soll er zur Staatsanwaltschaft gehen“, erklärte er. „Wir werden sehen, was dabei herauskommt.“ Werde Schnelle das nicht machen, werde er wiederum eine Anzeige gegen Schnelle aufgeben – wegen Rufschädigung. Schnelle solle ihm doch bitte diesen Weg ersparen.

Sein Amt niederlegen kann Hufschmidt nun zum 30. September, so die Entscheidung vom Rat. Ab 1. Oktober wird Hufschmidt keine Aufwandsentschädigung mehr erhalten. Sein Stellvertreter Bernd Schulze bekommt ab 15. Oktober eine Aufwandsentschädigung bis zur Höhe des Vertretenen.

Am 23. Oktober wählt Arneburg-Goldbeck auch einen neuen Verbandsgemeindebürgermeister. Eine eventuelle Stichwahl gibt es am Sonntag, 13. November. Die Wahlzeit ist zwischen 8 und 18 Uhr.

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