Staatsanwaltschaftliche Ermittlung Thema bei Generalversammlung / Worsch:„Sind bestens gewappnet“

Volksbank: Geld für Bankchefs nach „Gepflogenheit“

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In der Wischelandhalle votierten 435 Mitglieder für die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat – sowohl für das jüngste Geschäftsjahr, als auch für 2012. Damals ermittelte die Staatsanwaltschaft gegen Führungskräfte. Das Verfahren ist jetzt aber eingestellt.

red Seehausen. „Für die wirtschaftlichen Anforderungen in der Zukunft sind wir bestens gewappnet“, hat Vorstandsvorsitzende Grit Worsch auf der Generalversammlung der Volksbank Osterburg-Lüchow-Dannenberg in der Wischelandhalle in Seehausen verkündet.

Die Führungskraft resümierte vor vollem Parkett „ein ordentlich abgelaufenes Geschäftsjahr“.

Der Seehäuser Frank Wiese wurde im Verlauf des Abends neu in den neunköpfigen Aufsichtsrat ernannt. Die Wahl des Vorstandsvorsitzenden der Agrargenossenschaft Lückstedt und Vorsitzenden der Fraktion Landwirte für die Region / FDP im Stendaler Kreistag erfolgte einstimmig mit einer Enthaltung. Wiese ist Nachfolger von Ewald Rippke aus Hitzacker, der seinen Posten, wie laut Satzung festgelegt, aus Altersgründen abgegeben hat.

Trotz eines „schwierigen Marktumfeldes“ sei die Vermögenslage „sehr gut“, erklärte die Bankchefin ihrem Publikum. „Besonders stolz sind wir auf die weiter steigende Zahl der Bankteilhaber“, sagte Worsch, die erst im Dezember zur neuen Vorstandsvorsitzenden bestellt worden war. „Das Verfahren wurde eingestellt“, ging Worsch auf die aktuelle Lage staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen wegen möglicher Vermögensschäden beim Ausscheiden einstiger Bankvorstände ein (die AZ berichtete). „Ob und welche Zahlungen beim Ausscheiden üblich beziehungsweise vertretbar sind, ist nicht reine Rechtsfrage, sondern abhängig von den in der Branche bestehenden Gepflogenheiten“, zitierte die Vorstandsvorsitzende aus dem Begründungstext der Anklagebehörde. Somit sehe das Geldinstitut auch keine Notwendigkeit, Schadensersatzansprüche gegenüber Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglieder geltend zu machen, so Worsch. Daraufhin erteilte die Versammlung an Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung für das Jahr 2012. An dem Abend votierten die 435 Mitglieder dann aber auch für die Entlastung der Gremien für das Geschäftsjahr 2015.

Das Geldinstitut ist ein bedeutender Arbeitgeber der Region: Insgesamt 170 Bankangestellte und 580 Warenmitarbeiter sind für die Volksbank Osterburg-Lüchow-Dannenberg tätig. Das Unternehmen investierte 2015 auch am Standort seiner jüngsten Generalversammlung: In Seehausen entstand eine neue Getreidelagerhalle, während auf dem Gebiet der Altmark im knapp 30 Kilometer entfernten Goldbeck ein neuer Raffeisen-Markt entstand (die AZ berichtete).

Und auch im Handelssegment Energie macht die Bank beständig Umsatz. „An unseren Tankstellen wurde 2015 mit einer Kraftstoffmenge von 56 Millionen Litern genauso viel getankt wie in den beiden Vorjahren“, resümierte Worsch.

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