Kommunalpolitiker kritisieren Kraut im Aland und sehen dadurch Probleme für Kanuten

„Touristisch gesehen fahrlässig“

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Der Aland im Seehäuser Bereich soll für Kanufahrer wassertouristisch erschlossen werden. Doch Kommunalpolitiker des Verbandsgemeinderates haben so ihre Bedenken. Aufgrund von Krautwuchs und Entengrütze sei das Gewässer wohl nur sehr schwer befahrbar, heißt es in der Argumentation.

Seehausen. Der Wassertourismus auf dem Aland soll im Seehäuser Bereich angekurbelt werden. Geplant sind verschiedene Einstiegshilfen (die AZ berichtete).

Kommunalpolitiker im Verbandsgemeinderat begrüßen zwar die Gemeinschaftsaktion mit den Osterburgern und fassten auf ihrer jüngsten Zusammenkunft in dieser Woche einen entsprechenden Beschluss für die Slipstellen und Querungshilfen.

Doch es gibt auch verschiedene kritische Stimmen. Denn das Gewässer macht einen ungepflegten Eindruck. Der Krautwuchs ist stark. Hinzu gesellt sich die Kleine Wasserlinse, besser bekannt im Volksmund als Entenflott oder -grütze. Kanufahrer hätten es dort schwer, durchzukommen, meinen Verbandsgemeinderatsmitglieder. Seehäuser Kurt Wohlfahrt setzt noch eins drauf. „Touristisch gesehen ist das fahrlässig.“ Carsten Steinke fügt hinzu: „Seit 2007 beschäftigen wir uns mit der Misere. Verantwortlich für die Pflege ist der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW). Zwar wurde mit dem Krautboot vor etwa vier Wochen gemäht, doch es ist schon wieder zugewachsen. Für die Arbeiten ist einfach kein Geld da“, klagt der Seehäuser und lobt hingegen den ordentlichen Zustand der Jeetze. Dirk John aus Wanzer ist der Auffassung, dass die Tiefe fehle. Das Kraut wachse bei der gegenwärtigen warmen Witterung pro Tag bis zu zwölf Zentimeter. Geld für den Deichbau sei vorhanden, aber für die Gewässerpflege fehle es, meint Verbandsgemeinderatsvorsitzender Hans Hildebrandt aus Krüden, der eine gemeinsame Beratung mit dem LHW vorschlug.

Kanuexpertin Susanne Figueiredo, die in Vielbaum ein touristisches Unternehmen betreibt, ist hinsichtlich des Krautwuchses zwiegespalten. Einerseits möchte sie es für „die Kanufahrer schön haben, andererseits ist Natur eben Natur“, so Figueiredo gegenüber der AZ. Der LHW sei mit der Krautung bemüht, aber die Pflanzen wachsen so schnell, dass die Beschäftigten mit den Arbeiten nicht hinterherkommen.

Von Thomas Westermann

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