Laienspielgruppe „Hahn im Korb“ und Gospelchor gestalten jüdischen Abend in der Salzkirche

Auf Tour in eine andere Kultur

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Der Gospelchor unter der Leitung von Dr. Ralph Netal präsentierte beim jüdischen Abend Klezmermusik. Das Repertoire reichte von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt. Verstärkt wurde der Klangkörper durch eine Instrumentalgruppe mit Piano, Gitarre, Geige, Klarinette, Querflöte, Kontrabass und Akkordeon.

Seehausen. Der Erfolg schreit förmlich nach einer Neuauflage. Mit dem jüdischen Abend unter dem Motto „Mir lebn ejbig“ hatten der Seehäuser Gospelchor unter der Leitung von Dr. Ralph Netal und die wischestädtische Laienspielgruppe „Hahn im Korb“ einen Treffer ins Schwarze gelandet.

Vollbesetzt war die Salzkirche am Sonnabend, als die Akteure die Bühne betraten. Für den gelungenen Mix aus Musik, Geschichten und Anekdoten zeichnete Dr. Susanne Netal verantwortlich, die in mehreren Wochen alles zu Papier brachte. Danach folgte die umfangreiche Probentätigkeit, die sich vorgestern Abend auszahlte.

„Juden gehören zu unserer Geschichte, sie mussten Pogrome und Vertreibung erleben“, sagte Dr. Susanne Netal zu Beginn der Aufführung. Und sie machte im unterhaltsamen Dialog mit Kathleen Zimmermann darauf aufmerksam, dass jüdische Worte wie „Meschugge“ oder „Tacheles“ schon längst Einzug in die deutsche Sprache gehalten haben. Viel Wissenswertes über die jüdische Kultur und deren Humor und Wortwitz wechselte sich mit Klezmer-Musik ab. Informativ war der dargebotene Beitrag über die einstigen jüdischen Städte in Osteuropa.

Angehörige des jüdischen Glaubens wurden von der Mehrheit der nichtjüdischen Bevölkerung angespuckt und diskriminiert, hieß es. Das schweißte die Juden noch enger zusammen. Und: Mit der Vernichtung und Vertreibung im Zweiten Weltkrieg endete die Geschichte der jüdischen Städte im osteuropäischen Raum. In der Pause konnten sich die Besucher dann einen „koscheren“ Imbiss schmecken lassen. Im Angebot waren unter anderem Geflügelbratwurst und süßes Hefebrot mit Marmelade.

Von Thomas Westermann

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