Firma Cont-Trans bezieht zu Vorwürfen Stellung

„Tote Hühner in der Tonne“

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Die Mitarbeiter des Entsorgungsunternehmens haben dokumentiert, dass sich neben der Zwiebelpelle auch andere Dinge in der Gelben Tonne befanden, die dort nicht hineingehören.

Aulosen. Lothar Müller aus Aulosen ärgerte sich maßlos, dass seine Gelbe Tonne vergangenene Woche nicht entsorgt wurde, weil sich in einem Einkaufsnetz „nur ein bisschen Zwiebelpelle“ befand. Laut Norman Mattke, Projektleiter bei Cont-Trans, wurde von den Mitarbeitern richtig gehandelt.

„Die wenige Zwiebelpelle wäre uns egal gewesen, aber in der Tonne befanden sich auch Handschuhe, Hygienetücher, blaues Werkstattpapier, Papier und Restabfall. Und das gehört alles nicht hinein“, sagt Mattke gegenüber der AZ und fügt hinzu: „Da wir bei der Entsorgung der Gelben Tonne immer wieder feststellen, dass sie als ‘kostenlose Mülltonne’ genutzt wird, müssen wir auf Anweisung der Dualen Systeme Kontrollen vornehmen. Dabei ist es typisch, dass der Bürger keinerlei Scheu entwickelt, eine total fehlbefüllte Tonne als ‘nur ganz wenig’ verschmutzt zu deklarieren und eine Nachentsorgung erzwingen wolle. Um uns und unsere Mitarbeiter zu schützen, wird jede Reklamation mittels Foto dokumentiert und archiviert. In Aulosen gab es in den Tonnen unter anderem Elektrogeräte, Gasflaschen, Regenrinnen, Autoteile und sogar tote Hühner“, ärgert sich der Projektleiter. Rechtlich sei das Unternehmen verpflichtet, die Abfälle nicht zu entsorgen. Das würde eine Ordnungswidrigkeit darstellen.

Mattke nimmt seine Mitarbeiter in Schutz, weiß er doch, dass sie es Tag für Tag bei ihrer Entsorgungsarbeit nicht leicht haben. „Die Beschäftigten werden laufend beleidigt, angefeindet oder tätlich angegriffen. Es ist leider so, dass der Vorentsorger offensichtlich keine Kontrollen zur Einhaltung der Befüllung vorgenommen hat und so das Verständnis für die Ausgestaltung der Verpackungsentsorgung nicht optimal ausgeprägt ist. Dafür kann man jedoch der Firma Cont-Trans, die nach geltenden Regeln arbeitet, keine Vorwürfe machen.

Von Thomas Westermann

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