Karl Alph aus Schönberg züchtet nicht nur Harzfeuer und Tamina

30 Sorten als Garant der Vielfalt im Garten

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Karl Alph baut an: Herrlich anzusehen sind die seltenen tiefschwarzen Partytomaten, die auch in der Altmark wachsen.

Schönberg. Karl Alph mag Vielfalt. Und die zeigt er vor allem in seinem Garten. Fast jeder Kleingärtner kennt die häufig angebauten Tomatensorten Harzfeuer oder Tamina.

Gerade einmal sechs Prozent der in Deutschland vermarkteten Tomaten werden auch im Inland produziert. Viele Sorten kommen gar nicht auf den Tisch. Anders ist das bei einer Schönberger Familie, die 30 Sorten im Kleingarten anbaut.

Weltweit soll es 2500 verschiedene Sorten geben und darüber hinaus noch viele weitere Zuchtsorten, die nicht angemeldet wurden und daher keinen eigenen Namen tragen. Jährlich kommen immer wieder neue Sorten hinzu. In Deutschland wurde dieses Gemüse, welches zur Familie der Nachtschattengewächse zählt, erst am Anfang des 20. Jahrhunderts bekannt und angebaut, obwohl es bereits nach der Entdeckung Amerikas aus Mittel- beziehungsweise Südamerika nach Europa kam und vorwiegend in Spanien und Italien seit Jahrhunderten bekannt ist. Während die meisten der hiesigen Kleingärtner nur wenige verschiedene Sorten anbauen, gibt es Experten, die den Anbau von verschiedenen Sorten dieser Neophyten als Hobby betreiben. Einer von ihnen ist der Schönberger Karl Alph, der sich schon vor dem Eintritt ins Rentenalter für diese Pflanzenart begeisterte. Angefangen hatte dieses Hobby mit einem Besuch in Tomatentreibhäusern im Spreewald. Dort wurden 52 verschiedene Sorten mit besonderen Geschmacksqualitäten angebaut. Eine von seinen zu Hause angebauten schwarzen Tomaten tauschte er dort gegen andere Sorten und legte damit den Grundstein für seine zurzeit 30 verschiedenen angebauten Sorten. Diese stammen aus aller Herren Länder und haben die unterschiedlichsten Farben, Formen und Gewichte. So zeigte Alph bei einem Besuch seiner Pflanzen im Gewächshaus und im Freiland eine über ein Kilogramm schwere Ananastomate, die einen sehr guten Geschmack aufwies. Rot, gelb, braun, grün, lila oder schwarz schimmern diese reifen Früchte in seinem Garten.

Die eigene Familie stellt den Großteil der dankbaren Abnehmer dar. Speziell ausgesuchte Früchte werden zur Samengewinnung genutzt, die von dem Hobbygärtner am 8. Februar in die Aussaaterde kommen, und dann von ihm und seiner Frau Karin gehegt, gepflegt und Anfang Mai ausgepflanzt werden.

Bekannte und Verwandte sind stets dankbare Abnehmer der Jungpflanzen. Karl Alph betonte im Gespräch, dass er grundsätzlich keine Hybridsorten anbaut. Übrigens verbraucht jeder Deutsche pro Jahr 22 Kilogramm Tomaten in roher oder verarbeiteter Form. Nur sechs Prozent der in Deutschland vermarkteten Tomaten werden auch im Inland produziert.

Von Walter Schaffer

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