Massive Probleme mit Müllentsorger / „Keine Versäumnisse in der Verwaltung“

Räbel „ist kein Einzelfall“

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Räbel / Arneburg-Goldbeck. Der Fall von Räbel, wo die Gelbe Tonne an der Dorfstraße nicht abgeholt wurde (AZ berichtete), ist kein Einzelphänomen, sagt Karsten Rottstädt.

Der Ordnungsamtsleiter in der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck kann, wie nahezu alle seiner Kollegen im Landkreis Stendal, ein Lied von Problemen mit der Firma Contrans singen. „Der Entsorger braucht Fahrzeuge, die zu unserer Infrastruktur passen“, nennt er die Lösung des Grundproblems. Denn es könne nicht sein, dass sich die Infrastruktur der Entsorgung anpassen müsse und es letztlich dazu kommt, dass Müllsammelpunkte eingerichtet werden, die der immer älteren und immer weniger mobil werdenden Bevölkerung nicht zuzumuten seien.

Im Fall Räbel ist das Problem gelöst: Die Entsorgungsfahrzeuge können die Dorfstraße jetzt passieren. Das Schild, das die Straße auf eine Belastung von 7,5 Tonnen begrenzt hatte, ist weg, die Einfahrt für die Müllautos wurde freigegeben. Das sei gestern passiert „und konnte nicht schneller gehen“, versteht Rottstädt den Ärger von Christiane Schmidtke nicht. Der Anwohnerin der Dorfstraße war der „Verwaltungsakt“ nicht schnell genug gegangen, aber laut Rottstädt sei sein Amt am 8. Juni erstmals von der ALS über „das Problem“ informiert worden. Es habe umgehend einen Vor-Ort-Termin mit dem Ortsbürgermeister gegeben, in dessen Folge die Schilder am 16. Juni bestellt worden seien. Am 4. Juli seien sie eingetroffen und einen Tag später montiert worden. „Da liegen keine Versäumnisse in der Verwaltung vor“, ist Rottstädt überzeugt.

Ähnliche Probleme hatte es vor kurzem auch in Goldbeck gegeben, wo die Feldstraße nicht dafür ausgelegt ist, dass sich zwei Lkw im Gegenverkehr begegnen können. Contrans weigerte sich, die Mülltonnen abzuholen, „obwohl man von der Bertkower Straße aus reinfahren kann“, versteht der Ordnungsamtsleiter dieses Verhalten nicht. Probleme mit nicht abholten Mülltonnen gäbe es überall, weiß er von seinen Kollegen, speziell auch in Schönhausen mit seinen historischen Straßen.

Ein „kurioser Fall“ macht unter den Ordnungsamtsleitern die Runde: Es geht um eine Familie in Baben, die im sogenannten Außenbereich wohnt. Da die Durchfahrt dorthin nur landwirtschaftlichem Verkehr vorbehalten ist, weigerte sich Contrans offenbar, die Tonnen dort abzuholen, habe den Weg aber als Abkürzung nach Eichstedt genutzt. Jetzt wurde mit einigem Aufwand eine Wendestelle eingerichtet ...

Auch müssten immer wieder Baumalleen beschnitten werden, weil angeblich Äste zu weit in den Straßenraum ragen und Entsorgungsfahrzeuge beschädigen könnten. So musste dieser Tage am Plattenweg zwischen Räbel und Kannenberg das sogenannte Lichtraumprofil angepasst werden, damit zwei abgelegene Häuser erreicht und die Mülltonnen dort abgeholt werden können, was früher reibungslos auch ohne beschnittene Bäume ging.

Von Ulrike Meineke

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