Gericht hat entschieden: Förderer müssen Vereinshaus räumen / Vorstand kündigt Widerstand an

„Punktsieg für die Gemeinde Aland“

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Das Landgericht Stendal hat eine Entscheidung gefällt: Der Förderverein des Storchendorfes Wahrenberg muss das Vereinshaus am Sportplatz räumen. Doch der Vorstand will nicht kampflos aufgeben und beim Oberlandesgericht Naumburg in Berufung gehen. Morgen gibt es zum Thema eine Bürgerversammlung.

Wahrenberg. Das Landgericht Stendal hat entschieden: Im Streit um das Vereinshaus Wahrenberg (die AZ berichtete) ist der Förderverein des Storchendorfs dazu verdonnert worden, das Gebäude zu räumen.

„Ein Punktsieg für die Gemeinde Aland“, bewertet Holger Streitzig, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, das Urteil. „Aber noch nicht das letzte Wort. “ Denn der Verein hat seinen Rechtsbeistand beauftragt, gegen das Urteil Berufung einzulegen.

Die Aland-Kommune strebt seit 2010 die Aufhebung des seinerzeit noch zwischen der Gemeinde Wahrenberg und dem damaligen Feuerwehr-Förderverein geschlossenen Pachtvertrags an. Aktuell beabsichtigt sie den Verkauf der Halle an einen Perleberger Unternehmer, der seinen Firmensitz aus der Prignitz-Kreisstadt in das Storchendorf verlegen will. „Allerdings hat das Gericht fast alle Argumente der Gemeinde als nicht zutreffend vom Tisch gefegt“, berichtet Vereinsvorsitzender Mike Fitzner. Lediglich in einer ungenauen Bezeichnung des Pachtobjektes im Vertrag habe der Stendaler Richter einen Fehler in Schriftform gesehen und daher der zwischenzeitlich durch die Gemeinde ausgesprochenen außerordentlichen Kündigung des Vertrages stattgegeben.

„Allerdings hat in ähnlichen Verfahren selbst der Bundesgerichtshof den Paragrafen, auf den sich das Landgericht bezieht, sehr weit ausgelegt“, so Streitzig. Und das gebe dem Verein Hoffnung, dass eventuell das Oberlandesgericht Naumburg als Berufungsgericht diesem Beispiel folge. „Wir wollen die Halle für die Wahrenberger erhalten“, betont der Vorstand.

Dennoch beuge man sich zunächst der richterlichen Entscheidung und werde das Gebäude räumen. „Dabei brauchen wir aber aktuell die Hilfe der Bevölkerung“, gesteht Streitzig ein. Vor allem für die unter anderem für den Bauernmarkt erforderlichen Buden und Verkaufswagen sei der Verein auf der Suche nach geeigneten Unterstellmöglichkeiten. „Das Kleinzeug können wir bei den Mitgliedern verteilen, aber die großen Gegenstände? Da verfügt momentan keiner über entsprechende Plätze.“

Daher lädt der Förderverein zu einer vorerst letzten Bürgerversammlung am morgigen Freitag, 2. September, ab 19 Uhr noch einmal in das Vereinshaus am Sportplatz ein. „Über eine rege Beteiligung der Wahrenberger Bürgerschaft würden wir uns freuen“, so Fitzner. Da gäbe es dann auch die Möglichkeit, über das aktuelle Urteil und dessen Folgen zu diskutieren.

Von Thomas Westermann

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