Häuser für Flüchtlinge an der Salzstraße sind bezugsfertig

Ein Obdach für 33 Syrer in Seehausen geschaffen

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Die diesjährigen Begegnungs- und Erlebnistage auf dem Außengelände des Seehäuser „Refugiums“ am Winckelmannplatz sollen das Miteinander zwischen deutschen Jugendlichen und minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen fördern. Gemeinsam wird gearbeitet, gegessen und kommuniziert.

Seehausen. Seit gut einem Jahr befinden sich Flüchtlinge in der Verbandsgemeinde Seehausen. Die Resonanz seitens der Bevölkerung zu den Neuankömmlingen sei positiv, es gebe keine Probleme, resümiert Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth zufrieden.

Insgesamt 57 Flüchtlinge befänden sich derzeit in und um Seehausen, davon 23 unbegleitete, jugendliche Flüchtlinge, die im „Refugium“ der Hansestadt und in Lückstedt untergebracht sind. Die Menschen mit Migrationshintergrund kommen aus Syrien, Tschetschenien, Afghanistan und Somalia. Zur Integration gebe es laut Kloth in der Verbandsgemeinde Seehausen 15 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Ansprechpartner für die freiwilligen Unterstützer sei im Rathaus die Verwaltungsangestellte Brigitte Packebusch. Eine große Barriere seien die geringen Sprachkenntnisse. Diesbezüglich unterrichte beispielsweise Undine Theiß die Tschetschenen.

Für weitere Flüchtlinge ist die Stadt Seehausen gerüstet. Neun Wohneinheiten für je drei bis vier Personen richtete der Landkreis Stendal her, die seit 1. September bezugsfertig sind. Syrische Familien sollen dort einziehen, sagt Jörg Kuthe, Heimleiter für die Flüchtlingsunterkünfte im Landkreis Stendal auf der Infoveranstaltung am Mittwoch, zu der zum zweiten Mal die Verbandsgemeinde Seehausen in das Foyer der Wischelandhalle eingeladen hatte. Die Kapazität an der Salzstraße reiche für etwa 33 Personen, fügt der Heimleiter hinzu. Wann die Erstbelegung erfolge, sei aber noch unklar. Jedenfalls setze der Landkreis auf eine homogene Belegung, um Ausein-andersetzungen zwischen verschiedenen Kulturen zu unterbinden. Kuthe schätzt die gute Infrastruktur in Seehausen mit Schulen, Kitas, Ärzten und Einkaufsmöglichkeiten. Einst in Schönberg untergebrachte Flüchtlinge seien auch schon nach Seehausen gezogen. Mit der Belegung an der Salzstraße sei der Bedarf für die Wischestadt dann gedeckt.

Verena Schneider vom Polizeirevier in Stendal schätzt die allgemeine Sicherheitslage im Landkreis als „stabil“ ein. Straftaten seien in Gemeinschaftsunterkünften zu verzeichnen und auch außerhalb. „Sie sind aber nicht unproportional hoch. Es hat sich nichts Besorgniserregendes herauskristallisiert.“ Strafttaten gab es bisher in der Verbandsgemeinde Seehausen übrigens keine. Die Polizeihauptkommissarin macht zudem auf die Präsenz der Ordnungshüter an „sensiblen Bereichen“ aufmerksam. Und dazu gehört künftig auch das Areal Salzstraße 8/9 in der Hansestadt Seehausen.

Von Thomas Westermann

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