Geplante Handseilzugfähre zwischen Aulosen und Wanzer soll 2015 endlich Betrieb aufnehmen

Mit Muskelkraft über den Schulsee

Mit einem provisorischen Geländer versehen, wurde die Fähre Ende Juni dieses Jahres zu Wasser gelassen und die ersten erfolgreichen Testfahrten auf dem Schulsee unternommen. Repro: Westermann

Aulosen. Mit einer Handseilzugfähre über den Schulsee möchte der Kultur- und Heimatverein Aulosen gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

So soll zum einen die Sicherheit der Radler erhöht werden, denn es gibt zwischen den Orten Wanzer und Aulosen in der Gemeinde Aland keinen straßenbegleitenden Radweg. Auf dieser Strecke führt auch der Elberadweg, der in der warmen Jahreszeit von Pedalrittern stark frequentiert wird. Zum anderen soll die Fähre beim Übersetzen des Sees ein touristisches Highlight darstellen.

Eigentlich sollte die Technik schon in diesem Jahr in Betrieb gehen. Doch bis auf einem Probelauf im Juni wurde noch nichts daraus. Rüdiger Kloth vom besagten Verein ist jedoch guter Dinge, dass das Vorhaben in der nächsten Radlersaison 2015 umsetzbar sei. Alle bisher angefallenen Kosten konnten beglichen werden. „Schwimmkörper, Seile, Halterungen, Umlenkrollen, Rettungsring, Ketten, Schäkel, Spannschlösser und Kleinteile – alles ist bezahlt“, freut sich Kloth. Es fehlen neben der Uferbefestigung „nur noch“ der eigentliche Aufbau der Fähre. Diesbezüglich habe die Firma Graepel in Seehausen signalisiert, lediglich die reinen Materialkosten zu berechnen.

Rüdiger Kloth hat aber auch noch offene Punkte beziehungsweise Arbeiten, die einer Klärung bedürfen. So fehlen beispielsweise noch die Eichenpfähle für die geplante Uferbefestigung. Mindestens 500 Euro werden dann noch für Hinweisschilder an der Landstraße in Wanzer und Aulosen sowie die Schilder an der Fähre selbst benötigt. Kloth macht zudem auf eine große Freifläche auf der Aulosener Seite des Schulsees aufmerksam. Dort stand bis zum Abriss im Jahre 1986 das Herrenhaus der Familie von Jagow. Zwei vor mehr als zehn Jahren dort aufgestellte Steintafeln aus dem Mauerwerk des Gebäudes weisen darauf hin. Diese Tafeln sollen durch ein Informationsschild ergänzt werden. Ein erster Entwurf und ein Aufsteller existieren bereits. Zukünftig sind auf der Freifläche einige Sitzgelegenheiten, Fahrradständer und eine Schutzhütte geplant.

Nicht nur der Kultur- und Heimatverein Aulosen ist Feuer und Flamme bei der Umsetzung des Projekts. Auch der Heimat- und Mühlenverein „Garbe“ mit Sitz in Wanzer sowie Aland-Bürgermeister Hans Hildebrandt geben Unterstützung. „Bisher konnte die Kommune 500 Euro zur Verfügung stellen, die als Spenden geflossen sind“, sagte das Gemeindeoberhaupt auf Anfrage der AZ und kündigte weitere finanzielle Hilfen über Sponsoren an.

Von Thomas Westermann

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