Brandopfer Detlef Rieger bedankt sich bei den vielen Spendern, seinen Söhnen und Schwiegertöchtern

„Meine Kinder, wenn ich die nicht hätte“

Detlef Rieger hat nach dem Brand seines Hauses eine neue Wohnung am Museumshof gefunden. Froh ist er, dass er aus dem Bauschutt seine geliebte Schmalfilmkamera retten konnte. Foto: Westermann

Seehausen. Den 15. September dieses Jahres wird der Seehäuser Detlef Rieger wohl nie vergessen. Am späten Abend brannte sein Haus an der wischestädtischen Mühlenstraße nieder. Auslöser war ein technischer Defekt an seinem auf der Einfahrt abgestellten Auto, das Feuer schlug.

Die Flammen griffen auf das Gebäude über. Rieger reagierte geistesgegenwärtig und seilte sich durchs Fenster auf den rettenden Erdboden ab. Geblieben ist dem 58-Jährigen, der sich seit Jahrzehnten sehr in der Seehäuser Freiwilligen Feuerwehr engagiert, nur das, was er auf dem Leib trug. Ansonsten hatte er alles verloren (die AZ berichtete). Die Verbandsgemeinde Seehausen richtete ein Spendenkonto ein, um den mittellosen Brandgeschädigten finanzielle Hilfe zuteilwerden zu lassen. Die Bankverbindung der Verbandsgemeinde Seehausen ist wie folgt: Kreissparkasse Stendal IBAN: DE26810505553040001921 BIC: NOLADE21SDL Kennwort: Hilfe für Detlef Rieger (Wohnhausbrand). Noch immer können Spendenwillige finanzielle Hilfe geben und Beiträge einzahlen.

Gut zwei Monate nach dem Feuer hat sich der Seehäuser einigermaßen gefangen. „Meine Kinder haben alles für mich getan, wenn ich die nicht hätte“, sagte der Wischestädter im exklusiven Gespräch mit der Altmark-Zeitung, der sich erstmals nach dem Brand gegenüber der Presse artikuliert hat und allen Spendern Dank sagen möchte. Große Unterstützung habe er in der schweren Zeit von seinen Söhnen Denny und Sven sowie den Schwiegertöchtern Nadine und Ulrike bekommen. Letztere machten sich am Morgen nach dem Brand zur DRK-Kleiderkammer beziehungsweise zur Gesellschaft für Bauen und Wohnen Seehausen (GBS), ein Tochterunternehmen der Hansestadt, auf. Schließlich brauchte Detlef Rieger ein neues Zuhause und fand es in einer Zweizimmer-Wohnung am Museumshof der Mühlenstraße. Bestürzt zeigten sich die Frauen allerdings darüber, dass die GBS auf eine Kaution von 430 Euro für zwei Monate bestanden habe. „Unser Schwiegervater ist völlig mittellos gewesen und dann das“, ärgern sich die beiden. Überrascht hingegen waren Nadine und Ulrike Rieger von der großen Spendenbereitschaft in der Bevölkerung, „Wir waren absolut erstaunt, wie viele hilfsbereite Menschen es gibt. Sogar aus Salzwedel und Arendsee kamen Anrufe von Spendenwilligen.“ Neben finanzieller Unterstützung gab es auch Sachspenden, wie Kleidung und Mobiliar. Nach der Renovierung der neuen Wohnung, die Detlef Riegers Kinder übernahmen, konnte der Brandgeschädigte zum 1. Oktober einziehen. In den anderthalb Monaten lebte er sich einigermaßen gut ein. Obwohl der Seehäuser sein gesamtes Hab und Gut verloren hatte, eines konnte er retten, was ihm besonders freut. Aus dem Bauschutt seines niedergebrannten Hauses rettete der 58-Jährige seine geliebte Schmalfilmkamera, die sich in einem Koffer befand und das Feuer unversehrt überstand. Künftig möchte der Seehäuser wieder schnell Arbeit finden. Er würde sich freuen, wenn das über das Förderprogramm „Aktiv zur Rente - PLUS“ gelingen könnte. Denn Geld wird Rieger mit Sicherheit für die Zukunft brauchen. Allein die Abrisskosten für sein Haus belaufen sich auf circa 12 000 Euro. Hinzu kommt die Entsorgung. Wie teuer die wird, ist noch nicht bekannt.

Von Thomas Westermann

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