Bürger sind am 11. Mai gefragt: „Welche Barrieren stehen in Stadt und Land?“

Mehr als sichtbare Hürden

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Der Rollstuhl von Michael Jambor steht exemplarisch für das Problem, welches Gehbehinderte an der St. Petri-Kirche beispielsweise haben. Barrieren müssen jedoch nicht nur Rollstuhlfahrer, Rollatornutzer oder Kinderwagenlenker meistern.

Seehausen. Ein großes Problem in Seehausen sei das „Wegkommen“. Doch in dieser Sache laufen bereits Gespräche mit der Deutschen Bahn. Andere Hindernisse bestehen für den Rollstuhlfahrer Michael Jambor unter anderem noch im Pflaster an der Pfarrkirche St. Petri.

Und auch die Unerreichbarkeit öffentlicher Sitzungen politischer Gremien stellen für den Seehäuser andere gehbehinderte Menschen eine Hürde dar.

Diese Probleme sind bekannt. Werden glücklicherweise bereits in der Öffentlichkeit diskutiert. Ideen für die ein oder andere Lösung stehen. Doch ist „Barrierefreiheit“ viel mehr – das kann mit der Frage „Kann ich ihnen helfen?“ beginnen. Und hat nicht immer etwas mit baulichen Hindernissen zu tun, sondern etwas mit Barrieren im Kopf, die es zu überwinden gilt. Darin sind sich die Akteure sicher, die sich in der Wischestadt und in den Orten der Verbandsgemeinde für Barrierefreiheit einsetzen. Um zum Denken und Mitdenken in dieser Region anzuregen, gibt es anlässlich des „Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung“ eine Veranstaltung der Begegnung im Foyer der Wischelandhalle.

Diese steht am Mittwoch, 11. Mai, unter dem Motto „Einfach für alle – Gemeinsam für eine barrierefreie Region Seehausen“.

Ziel soll der produktive Gedankenaustausch von Betroffenen, Interessierten und Engagierten sein. Speziell in Seehausen geht es uns um die Frage: “Wie barrierefrei ist Ihre Region?“ Jene, die die Veranstaltung besuchen, sind aufgerufen, Barrieren aufzuzeigen. Sei es beispielsweise die zu weit entfernte Bushaltestelle oder vielleicht auch die Öffnungszeit einer lokalen Behörde. Jene Probleme, die aufgezeigt werden, sollen dann den kommunalpolitischen Entscheidern überreicht werden. Ausgewertet und aufgearbeitet durch Reha-Psychologie Studenten der Hochschule in Stendal, durch den Paritätischen Verband, dem Seehäuser Arbeitskreis sowie der Gleichstellungs- und Behindertenbeauftragten des Landkreises Stendal.

„Wir haben in Zusammenarbeit mit dem Offenen Kanal Stendal Bürger, insbesondere Bewohner des Altenheimes befragt“, sagte die Studentin Eileen Dohl im Gespräch mit der AZ. Ihre Kommilitonin Judith Zürcher ergänzt: „Am 11. Mai werden wir die Interviews während der Veranstaltung präsentieren.“ Zudem wird eine Ausstellung zur „leichten Sprache“ gezeigt. Das Blindenmobil ist dabei. Und Rollstühle sollen Interessierten zeigen, wie schwer die Handhabe im Alltag sein kann.

Von Alexander Postolache

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