MUDr. Herenyiova wünscht sich mehr Organspender

Lunge und Leber retten Leben

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MUDr. Gabriela Herenyiova ist Transplantationsbeauftragte im Seehäuser Agaplesion-Diakoniekrankenhaus.

Seehausen. Am ersten Sonnabend im Juni ist der Tag der Organspende. Selbsthilfeverbände, Organisationen und Privatpersonen informieren die Bürger über das Thema Organtransplantation und verteilen Spenderausweise.

Der Aktionstag wurde im Jahr 2005 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingeführt.

Organspende ist auch im Seehäuser Agaplesion-Diakoniekrankenhaus ein Thema. So gibt es in der medizinischen Einrichtung eine Transplantationsbeauftragte. Diese Aufgabe hat MUDr. Gabriela Herenyiova übernommen. Die gebürtige Slowakin ist seit zwölf Jahren in der Wischestadt als Ärztin tätig. Die Klinik am Dr.-Albert-Steinert-Platz ist ein sogenanntes Entnahme-Krankenhaus, in dem Transplantationen vorgenommen werden. Allerdings haben verschiedenen Manipulationen an Patientendaten vor einigen Jahren ihre Spuren hinterlassen. „Das ist hinsichtlich der Spendenbereitschaft sehr negativ für uns gewesen“, sagt die Leitende Abteilungsärztin für Anästhesiologie und Intensivmedizin im AZ-Gespräch. Doch mittlerweile gehe es wieder langsam bergauf. Im vergangenen Jahr konnten bundesweit 3083 Organe transplantiert werden, drei davon in Seehausen – konkret Lunge, Leber und Niere einer Frau, die im Vorfeld ihren Angehörigen den Wunsch äußerte, über den Tod hinaus als Spenderin anderen Menschen damit helfen zu wollen. MUDr. Herenyiova übernimmt im Falle einer Transplantation die Koordinierung mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) und etliche weitere Aufgaben. Spezialisten reisen dann an, um die Entnahme vorzunehmen.

In ganz Sachsen-Anhalt gab es im Jahr 2014 insgesamt 29 Organspender, 2015 waren es schon 41. Die Ärztin wünscht sich gern mehr Menschen, die sich für einen Organspendeausweis entscheiden. Bundesweit sollen es derzeit 32 Prozent sein, die in dessen Besitz sind. Aufklärungsarbeit in Sachen Organspende wird das Agaplesion-Diakoniekrankenhaus zwar nicht am heutigen Sonnabend leisten, sondern erst beim Tag der offenen Tür eine Woche später, am Sonnabend, 11. Juni. An dem Tag wird zudem um 13.30 Uhr eine Ausstellung mit Zeichnungen, Collagen und Skulpturen von lebertransplantierten Kindern und Jugendlichen im Eingangsbereich eröffnet. Einige Tage später gibt es dann bezüglich der Organspende eine Fortbildungsveranstaltung für Ärzte. Als Referent konnten die Organisatoren Stefan Stölting von der Deutschen Stiftung Organtransplantation gewinnen.

Von Thomas Westermann

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