Bücherei appelliert an Eltern: Ferienzeit zum Schmökern nutzen

Lesefieber soll wieder ansteigen

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Bibliotheksleiterin Ingrid Jabke ist der Meinung, dass viele Kinder nur ungenügend lesen könnten und gibt den Eltern eine Mitschuld. In der Bibliothek können fast 15 000 Medien ausgeliehen werden. Die öffentliche Fläche umfasst 149 Quadratmeter.

Seehausen. In den Ferien haben Kinder viel Zeit, die sie beispielsweise nutzen könnten, um in die Bibliothek zu gehen und sich ein Buch zum Lesen auszuleihen. Aber genau das machen immer weniger Kinder.

Eine Mitschuld daran, tragen auch die Eltern, meint Bibliotheksleiterin Ingrid Jabke.

Viele Kinder würden nur ungenügend lesen können. Dass sei allerdings sehr wichtig, denn je schlechter ein Kind lesen kann, desto weniger könne es sich konzentrieren. Und diese Tendenz sei steigend, erklärt Jabke einen vielleicht nicht ganz offensichtlichen Zusammenhang und appelliert: „Eltern müssen erkennen wie wichtig das ist. Mit Literatur können wir die Kinder an das Lesen heranführen.“

In diesem Zusammenhang weist die Bibliotheksleiterin auf eine neue Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit dem Namen „Lesestart - Drei Meilensteine für das Lesen“ hin. Eltern mit ihrem dreijährigen Kind können in der Bibliothek ein kostenloses Lesestart-Set abholen, in dem ein Bilderbuch und Informationen rund um das Thema Vorlesen im Familienalltag enthalten sind. Der Initiative kann Jabke nur beistimmen. Es sei sehr wichtig, dass Eltern ihren Kindern regelmäßig vorlesen. Das fördere die Lesefähigkeit.

Weil der Stadtrat die gesamte Entwicklung scheinbar ähnlich negativ sieht, hatte er im vergangenen Jahr beschlosssen, dass Kinder im Alter bis elf Jahren kostenlos ausleihen dürfen. Für sie und für alle anderen Menschen, die lesen können, stehen in der Bibliothek auf einer der Öffentlichkeit zugänglichen Fläche von 149 Quadratmetern fast 15 000 Medien inklusive CDs und DVDs zur Verfügung.

Im vergangenen Jahr wurde neuere Werke von Sebastian Fitzek, Nele Neuhaus, Elizabeth Herrmann, Don Winslow und vieler weiterer Autoren angeschafft. In diesem Jahr konnten noch keine neuen Bücher erworben werden, weil der Haushalt der Hansestadt noch immer nicht genehmigt ist.

Die Bibliothek, die sich in der Arendseer Straße 6 befindet, hat in der Woche von Montag bis Mittwoch in der Zeit zwischen 9 und 16 Uhr, am Donnerstag zwischen 9 und 17 Uhr und am Freitag zwischen 9 und 18 Uhr geöffnet.

Kinder im Alter von 11 bis 14 Jahre zahlen eine Jahresgebühr von sechs Euro. Jugendliche von 14 bis 17 Jahren und Arbeitslose zahlen acht Euro, Rentner zwölf und Erwachsene 16 Euro. Für Paare mit gemeinsamen Wohnsitz gibt es für 20 Euro eine Partnerkarte. Für Kurzzeitbesucher ist eine Vierteljahreskarte für fünf Euro erhältlich.

Wer sich in Ruhe in der Bibliothek umschauen möchte, für den ist der Freitag zu empfehlen. Dann ist laut Jabke wenig los. Die beiden Haupttage seien Dienstag und Donnerstag.

Von Niels Troelenberg

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