Schäferei Schuster veranstaltet besonderes Hoffest zum Jubiläum

Mit Lenins LPG-Schafen am Elbdeich gestartet

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„Ihr braucht keinen Urlaub, ihr habt es so schön“, hören Axel und Kerstin Schuster oft von den Besuchern ihrer Schäferei in Beuster. Ihre Herde besteht aus etwa 500 Muttertieren. Auch Esel als Wolfswächter zählen zum Betrieb.

Beuster. Ein Vierteljahrhundert Schäferei Kerstin und Axel Schuster – das ist 2015 ein guter Grund zum Jubilieren. Der Betriebsgeburtstag wird wie das Elbefest des Beusteraner Vereins „Deichkieker“ am Samstag, 27.  Juni, als ein besonderes Hoffest gefeiert.

Was das Schäferei-Paar in 25 Jahren erlebt hat, schildern die Schusters im Gespräch mit der AZ.

Axel Schuster arbeitete zu DDR-Zeiten als Schäfer in der LPG „Lenin“ in Geestgottberg. Seine Frau studierte an der LPG-Hochschule in Meißen Betriebswirtschaft für Tier- und Pflanzenproduktion. Ein Jahr vor der politischen Wende übernahm das Paar das Haus vom Opa der Ehefrau. Es wurde mit viel Fleiß bewohnbar gemacht. 1990 kam die Frage, was machen wir nun, denn die Schafe in der LPG sollten als Erstes verschwinden.

Schafe hatten vor 25 Jahren kaum einen Wert, weshalb die Übernahme von 250 Mutterschafen ein Risiko darstellte. Ein Jahr lang mussten die Schusters ohne nennenswerten Gewinn wirtschaften. Da blieb nur das Startgeld, das jeder neue Privatbetrieb erhielt. Der Betrieb war übrigens der Erste, der neu gegründet wurde. Die Registrier-Nummer lautete 12 000, wobei die „12“ für Beuster steht.

Die Herde wurde langsam erfolgreich vergrößert und rassemäßig auf das Schwarzköpfige Fleischschaf umgestellt. 1995 trat der Betrieb dem Neuland-Verein bei. Über diesen wurden die Lämmer vermarktet und zeitgleich die Schlachtstätte aufgebaut.

Kurze Zeit später erfolgte der Aufbau des Ladengeschäfts, um die Produkte selber zu vermarkten. Das Geschäft mit Lammfellen und Lammfleisch, später kam noch Ziegenlammfleisch dazu, lief gut an. Und als vor fünf Jahren neue Bestimmungen für Schlachtung in Kraft traten, musste auf EU-Norm umgerüstet werden, indem ein Laden und eine Ladenküche gebaut wurden. So entstand auch das Hof-Café.

Die Schafherde umfasst im Moment zirka 500 Muttertiere mit der Nachzucht und zwölf Böcke. Zehn Monate im Jahr sind die Tiere im Naturschutzgebiet als Landschaftspfleger auf den Beinen. Auch auf dem Elbdeich grasen sie als lebendige Rasenmäher. Im Februar/März geht es in den Stall zum Ablammen, Heu und Silage aus hofeigener Produktion gibt es in dieser Zeit als Futter. Aber auch andere Tiere, wie Gänse und Enten, die ab Oktober bratfertig angeboten werden sowie Tauben, Welsh-Ponys, Esel als Wolfswächter Burenziegen und Minirinder der Sorte „Dexter“ fühlen sich bei den Schusters wohl. Die Ponys stammen meistens aus eigener Zucht. Mit ihnen waren und sind die drei zum Teil erwachsenen Kinder im Fahrsport, auch auf internationaler Ebene, erfolgreich.

Zurzeit wird ein Großteil der Schaf- und Ziegenlämmer in der eigenen EU--Schlachtung verarbeitet und im Laden sowie auf dem Bauernmarkt in Stendal angeboten. Das Wort Urlaub wird bei Schuster groß geschrieben. Ab und zu liegen ein Kurzurlaub drin. „Ihr braucht doch gar keinen Urlaub, ihr habte es doch so schön hier“, sagen Kunden oft, berichtet Kerstin Schuster lachend.

Von Walter Schaffer

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