Von und für Flüchtlinge: Sozialtherapeutischen Zentrum schafft aufgearbeitete Drahtesel an

Mit Klingel, Licht und Bremse

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Acht jugendliche Afghanen waren nach Tangerhütte gekommen und erhielten von der Fahrradwerkstatt, die von Flüchtlingen betrieben wird, insgesamt elf Drahtesel. Anschließend ging es von der Fahrradwerkstatt zum „Neuen Schloss“ zur Besichtigung.

Lückstedt  / Tangerhütte. Es sind rund 65 Kilometer, die zwischen den beiden Orten liegen.

Knapp drei Stunden müssten investiert werden, wenn die Strecke zwischen Lückstedt und Tangerhütte mit Routenverlauf über die Bundesstraße 189 mit einem beinbetriebenen Zweirad bewältigt werden soll. Jene Menschen, die gestern aus der Altmärkischen Höhe in den Ort am Tanger kamen, nutzten deshalb lieber die Bahn als Transportmittel. Trotzdem standen Fahrräder im Mittelpunkt einer Aktion, in der Flüchtlinge Flüchtlingen geholfen haben.

Treffpunkt war 12.09 Uhr der Bahnhof von Tangerhütte. Zwölf männliche Jugendliche leben aktuell im ehemaligen Mädchenwohnheim des Sozialtherapeutischen Zentrums Gut Priemern in Lückstedt. Acht von ihnen waren in den Süden des Landkreises gekommen, um Fahrräder in Empfang zu nehmen. Wie berichtet, wird in Tangerhütte eine Fahrradwerkstatt von Flüchtlingen betrieben. Elf Drahtesel, die dort aufbereitet wurden, konnten die Besucher aus dem Nordwesten des Landkreises mitnehmen.

Die Betreuer Anke von Meegen und Uwe Scheffler haben acht Jugendliche aus Lückstedt nach Tangerhütte begleitet, die anderen vier waren zu einem Projekt beim Offenen Kanal. Die Jugendlichen bedankten sich mit einem selbstgebackenen Papageienkuchen für die Fahrräder und die Betreuer mit einer kleinen Geldspende für die Fahrradwerkstatt. Lückstedter haben drei alte und kaputte Fahrräder zur Aufarbeitung in der Fahrradwerkstatt mitgebracht.

Anke von Meegen: „Daniela Tews vom Verein Kinderstärken hat uns nach Tangerhütte vermittelt, weil wir irgendwann auf das Thema Fahrräder gekommen sind, die wir noch brauchten.“

Manfred Hain vom Netzwerk „Neue Nachbarn“ ergänzte: „Gulmohamed Fasli und Norman Rentner haben viele Tage gebraucht, die Räder aufzuarbeiten, die wir vorher aufgekauft hatten. Klingel, Licht und Bremse wurden erneuert, damit die Räder fahrtüchtig sind.“

Von Alexander Postolache und Maren Maatz

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