„Wir sind auf einem guten Weg“

Kita-Chefin schätzt bisherige Integration als gelungen ein

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Ausländische und deutsche Kinder in den beiden Seehäuser Tagesstätten spielen gern miteinander. Kita-Chefin Birgit Geiseler schätzt die bisherige Integration als gelungen ein. So sieht es auch Grundschulleiter Reinhard Rieger. Doch die Bildungsstätte hat nicht genügend Zeit für Deutschkurse.

Seehausen. „Bei den Kindern wird die Integration schnell gelingen, bei den Erwachsenen wird es schwerer sein“, sagte Seehausens Vize-Bürgermeister Dr. Walter Fiedler bei der Ankunft der ersten Flüchtlinge im vergangenen Jahr.

Und der Kommunalpolitiker hat hinsichtlich des Nachwuchses Recht behalten.

Birgit Geiseler, die Leiterin der beiden Seehäuser Tagesstätten am Klosterschulplatz und am Lindenpark, sieht zwischen deutschen und ausländischen Kindern überhaupt keine Probleme. Die Mädchen und Jungen spielen gern gemeinsam. Auch die Sprache soll keine Barriere bilden. „Die insgesamt zehn Kinder beider Kitas kommen aus der Türkei, Afghanistan, Syrien, Vietnam, Indien und Tschetschenien und lernen beim Spielen voneinander.“ Die ausländischen Kinder seien in den Gruppen stark involviert und kreativ. Sie malen und zeichnen gern und haben musische Veranlagungen. „Wir sind auf einem guten Weg“, schätzt Birgit Geiseler die bisherige Integration als gelungen ein.

Seehausens Grundschulleiter Reinhard Rieger habe mit den Neuankömmlingen „nur positive Erfahrungen gemacht“. „Anfang der 1990er Jahre, als die Mennoniten in den Seehäuser Bereich kamen, traten mehr Probleme auf“, sagt der Pädagoge. Allerdings haben die Lehrer kaum Zeit, um Deutschkurse anzubieten – eine katastrophale Lage. Die Kinder untereinander kommen jedoch gut zurecht. Die ausländischen Mitschüler seien eine große Bereicherung. Aufgrund der begrenzten Sprachkenntnisse gebe es im Schulleben jedoch Probleme, so der Groß Garzer.

Seehausens Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth sieht in der Verbesserung der Sprachkenntnisse „politischen Handlungsbedarf“ und spricht sich für Korrekturen im sachsen-anhaltinischen Schulsystem aus. Diesbezüglich regt der Verwaltungschef eine Resolution an, die vom Verbandsgemeinderat schnellstens abgesegnet werden müsse. Allerdings steht das Thema nicht auf der Tagesordnung der nächsten Verbandsgemeinderatsversammlung am 4. Oktober.

Von Thomas Westermann

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