Grenzturm bei Bömenzien soll dennoch erhalten bleiben

Keine Ausblicke von der Plattform

+
Der einstige Grenzturm bei Bömenzien kann aufgrund der baulichen Gegebenheiten nicht zugänglich gemacht werden. Erhalten bleiben soll er dennoch.

Bömenzien. Seehausens einstiger Verbandsgemeindebürgermeister Dr. Robert Reck wollte den ehemaligen Grenzturm bei Bömenzien aufwendig sanieren lassen und damit einen touristischen Anziehungspunkt schaffen. Zwei Projektteile waren damals vorgesehen.

Die Gesamtkosten beliefen sich auf etwa 50 000 Euro.

Sein Nachfolger Rüdiger Kloth will indes kleinere Brötchen backen – und das aus gutem Grund, wie er gestern gegenüber der AZ sagte. Ursprünglich sollte eine Spende in Höhe von 5000 Euro eines altmärkischen Geldinstituts in die Arbeiten einfließen. Mittlerweile wurde die Summe für ein anderes touristisches Projekt eingesetzt – und zwar für die Erstellung von Modulkarten, die auf Sehenswürdigkeiten in der Verbandsgemeinde hinweisen. Dennoch sollen für Tätigkeiten am Turm im nächsten Haushalt der Verbandsgemeinde 5000 Euro eingestellt werden, so der Verwaltungschef. Allerdings werde die einst angestrebte Begehbarkeit des Objektes der ehemaligen Grenzsoldaten nicht möglich sein. Die Ausmaße des Turms betragen lediglich etwa zweimal zwei Meter, eine Treppe im Innenteil, die zur Aussichtsplattform führen sollte, sei nicht möglich, fügt Rüdiger Kloth hinzu. Und eine Treppe am Außengelände würde den Charakter des Baues zerstören. Für die besagten 5000 Euro im künftigen Etat sollen unter anderem neue Fenster eingebaut und die Verschlusssicherheit hergestellt werden. Auch wenn der Turm nicht begehbar sei, werde der Zeitzeuge aus Stein für Touristen erhalten.

Immerhin liegt der Turm direkt am Grünen Band. Einst befanden sich dort die innerdeutsche Grenze und der Todesstreifen. Zudem liegt Bömenzien direkt am Altmark-rundkurs und am Vier-Länder-Grenzradweg. Die genannten Strecken münden in den Elberadweg, der Anfang dieses Jahres erneut zum beliebtesten Radweg Deutschlands gekürt wurde. Für Verbandsgemeindebürgermeister Kloth spielt deshalb der Erhalt des Gemäuers eine wichtige Rolle. Der Aulosener ist selbst im Grenzgebiet aufgewachsen. Heute seien die Mehrzahl der Grenztürme beseitigt worden. Die noch bestehenden Türme sollten Mahnmal für zukünftige Generationen sein, wünscht sich der Altmärker. Übrigens: Der Turm bei Bömenzien sei die letzte dieser verbliebenen Anlagen im gesamten Landkreis Stendal.

Von Thomas Westermann

Kommentare