Rüdiger Kloths Plagen-Petition zeigt Erfolg / Kabinett erarbeitet neue Regelung

Jetzt legt Magdeburg nach: Spinner-Strategie im Herbst

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Während bei Lüneburg „Motto-Shirts“ im Kampf gegen Eichenprozessionsspinner getragen werden und in Brandenburg Bekämpfungshubschrauber tanken, hofft Seehausen auf klare Regeln.

Seehausen/Magdeburg. Knallgrüne Totenkopf-Shirts als Symbol-Kluft im Kampf gegen die Eichenprozessionsspinner-Plage sind im Norden der Altmark zwar noch nicht gesichtet worden. Aber der Anti-Raupen-Einsatz des neuen Seehäuser Verbandsgemeinde-Chefs hat nun in der Landeshauptstadt Wirkung gezeigt.

Nachdem Rüdiger Kloth (CDU) der neuen Agrar- und Umweltministerin Claudia Dalbert (Bündnis 90 / Grüne) am Wochenende bei der Altmärkischen Tier- und Gewerbeschau seine „Raupen-Petition“ überreicht hatte, machte sich Kloths Vornamensvetter mit SPD-Parteibuch am Montag in Gollensdorf selbst ein Bild von der laut Kloth „explosionsartigen Vermehrung“ des Schädlings (die AZ berichtete). So blieb der Besuch von Rüdiger Erben nicht folgenlos. Während Seehausens oberster Bürgermeister die verstärkte Zunahme der Raupen darauf zurückführt, dass es seit dem Jahr 2011 keine flächendeckende Bekämpfung mehr gebe und die Kommunen auf sich allein gestellt seien, weil Forst und Landesstraßenbaubehörde ihre Bemühungen eingestellt hätten, brachte der Fraktionsgeschäftsführer im Landtag die Angelegenheit in Magdeburg aufs Tapet. Denn Kloths Forderung nach einer koordinierten Bekämpfung fand in den Amtsstuben der Landesregierung offenbar offene Ohren. „Aus meiner Sicht sind mindestens vier Ministerien betroffen“, verweist Erben auf die Zuständigkeiten in Umwelt-, Sozial-, Innen- und Verkehrsministerium. Deshalb habe der Fraktionsgeschäftsführer den „dringend notwendigen Koordinierungsbedarf“ diese Woche in einer Kabinettssitzung zur Sprache gebracht. In der Runde sei festgelegt worden, dass bis Anfang September unter Regie des Umweltministeriums ein Strategiepapier entwickelt wird. Es soll Handlungsbedarfe und Zuständigkeiten regeln. „Ziel ist, dass wir 2017 erfolgreicher bei der Bekämpfung sind“, sagt Erben.

Für viele Verbandsgemeinde-Einwohner dürfte das reichlich spät sein. „Bereits 2006 erkannten die Behörden das Ausmaß der Gefährdung“, weiß Kloth.

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