Werbener Noch-Bürgermeister ist „schockiert“

Hufschmidt: „Vorwürfe unhaltbar“

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Jochen Hufschmidt weist die Vorwürfe zurück.

Werben. Jochen Hufschmidt bezeichnet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe von Michael Schnelle (CDU) als „starken Tobak“ und „unhaltbar“. Wie berichtet, hatte Hufschmidt in dieser Woche erklärt, als Bürgermeister von Werben zurückzutreten.

Schnelle reagierte darauf mit der Mutmaßung, dass Hufschmidt damit seiner Amtsenthebung vorzugreifen versuche. Vor allem Schnelles Äußerung, Hufschmidt habe eine Straftat begangen, sei „unhaltbar“ und „konstruiert“.

„Ich habe weder einem Verein noch mir selbst einen Vorteil verschafft“, macht der Räbeler im Gespräch mit der AZ deutlich. Nicht nur die Aussagen, die im hansestädtischen Stadtrat und in der Presse gegen ihn geäußert wurden, hätten ihn schockiert. „Ich schaue nicht auf Facebook“, so Hufschmidt, jedoch höre er, welche Kommentare dort gegen ihn geteilt werden. „Herr Schnelle versucht, sich und seine CDU in den Blickpunkt zu rücken“, sagt Hufschmidt. Ein Beispiel mache deutlich, wie die Arbeit während der Stadtratssitzungen behindert und er als Bürgermeister in ein schlechtes Licht gerückt würden: „Es werden Anträge zu Dingen gestellt, die bereits laufen und deren Ergebnisse bald bekannt gegeben würden.“ Dies sei „wenig konstruktiv“.

Der 71-Jährige sagte auf AZ-Nachfrage weiter, dass er seinen Rücktritt bereits eine Sitzung früher bekanntgeben wollte. Dieser Stadtrat sei jedoch ausgefallen. Den Entschluss habe er nicht erst jetzt, sondern schon vor ca. drei Monaten gefasst. Nur wenige Eingeweihte hätten davon gewusst.

Niemand sei frei von Fehlern, aber er sei weit davon entfernt, Gerüchte zu streuen – ob persönlich, in der Presse oder in den sozialen Netzwerken, wie es jedoch in Werben passiere.

Von Alexander Postolache

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