Ausschüsse lehnen nach Demontage das erneute Aufstellen ab

Heymann will Schaukästen zurück: Stadtrat muss entscheiden

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In Geestgottberg gibt es nur zwei Schaukästen, einen an den Wohnblöcken und einen an der Hohen Geest. Zu wenig befindet Hartmut Heymann, der am Wahrenberger Weg wohnt.

Seehausen. Die Zahl der Schaukästen hat sich in den Seehäuser Ortsteilen Losenrade und Geestgottberg vor einigen Jahren reduziert. Im ersteren Dorf stand einst einer am Gutshaus in Eickerhöfe.

In Geestgottberg befanden sich Kästen im Wahrenberger Weg 4 und in der Schulkstraße 26/27. Einige Anwohner vermissen die mit Informationen bestückten Kästen. Einer davon ist Hartmut Heymann, der am besagten Wahrenberger Weg wohnt. „Wir haben hier viele ältere Leute, die kein Internet haben, um sich beispielsweise über Ausschuss- und Ratssitzungen zu informieren“, sagte der 65-Jährige gestern im AZ-Gespräch. „Einige unternahmen auch gern einen Spaziergang zu den Schaukästen, um sich zu informieren, fügt der Altmärker hinzu, der jahrelang als Mitglied in der einst eigenständigen Gemeinde Geestgottberg mitarbeitete. Für die älteren sei der Weg bis zum Kasten an den Wohnblöcken der Schulstraße zu weit. Immerhin betrage die Entfernung über zwei Kilometer. Und Heymann erwähnte auch einen Schaukasten, der in der Märsche stand und ebenfalls verschwunden ist. Auch dort wohnen ältere Leute, die eine noch weitere Strecke zurücklegen müssen. Auch die dortigen Bewohner hätten kein Internet, sodass die Kästen wieder aufgestellt werden sollten. Man solle daran denken, Geestgottberg sei ein Streudorf. Heymann kritisierte, dass die Seehäuser Stadträte, die darüber entscheiden, ob die Schaukästen aufgestellt werden oder nicht, die örtlichen Gegebenheiten gar nicht richtig kennen.

In dieser Woche befassten sich der Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus, Soziales und Kultur der Hansestadt Seehausen sowie der Bau-, Ordnungs- und Umweltausschuss mit der Festlegung der Standorte für die Schaukästen. Beide Gremien lehnten eine Aktivierung ab. Es gebe Internet und die Veröffentlichung der Tagesordnungen in Zeitungen, argumentierte beispielsweise Willi Hamann, seines Zeichens Vorsitzender des Bau-, Ordnungs- und Umweltausschusses. „Es gab Einwohner, die haben erst nach drei Monaten bemerkt, das der Schaukasten verschwunden ist. Es schaut ohnehin keiner rein“, so der Kommunalpolitiker weiter. Die Entscheidung zum Aufstellen obliegt letztlich dem Stadtrat, der auf seiner Sitzung am 18. August das Thema behandelt.

Von Thomas Westermann

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