Wahrenberger Vereinshaus Thema auf Bürgerversammlung: Verwaltung an den Pranger gestellt

Harte Vorwürfe: Von Kungelei bis Filz

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Der Ex-Bürgermeister von Wahrenberg, Gerhard Gorzny, kann die Entscheidung des Seehäuser Bauamtes zur Sperrung der Halle nicht nachvollziehen und vermutet „Filz“ in den Behörden.

ws Wahrenberg. Wann findet der Streit zwischen der Gemeinde Aland und dem Förderverein Wahrenberg in Sachen Vereinshaus ein Ende und wie wird dieses aussehen? Auch auf der kürzlich einberufenen Einwohnerversammlung zu dieser Thematik zeichnete sich keine Antwort ab.

Vereinsvorsitzender Mike Fitzner begrüßte die etwa 40 Interessenten im Vereinshaus und lud alle zu Beginn zu einer Besichtigung der Immobilie ein, die für den Verein und seinen Fortbestand so wichtig sei.

Dazu gab er zur Historie des Objektes einige Fakten. Gebaut wurde die Halle kurz nach der politischen Wende. Sie diente als Produktionshalle im Metallbereich. Einige Jahre später wurde sie zwangsversteigert. Der neue Besitzer wurde die damals noch selbstständige Gemeinde Wahrenberg. 2007 flossen noch enorme Fördermittel in den Bau. Mit dem neuen Eigentümer schloss der Förderverein der Feuerwehr einen gültigen Pachtvertrag ab, so dass diese Immobilie dann als kulturelles Zentrum und für die Feuerwehr genutzt werden konnte. Veranstaltungen wie Karneval und größere Familienfeiern gab es dort. Nach der Zwangseingemeindung des Ortes begannen die Schwierigkeiten mit dem neuen Gemeinderat und der Verwaltung in Seehausen. Beim Rundgang durch das Vereinshaus bemerkte Fitzner, dass alle aufpassen sollten, dass die große Zwischenwand im Hallenbereich nicht auf einen falle. Diese Bemerkung basiert auf der Tatsache, dass das Bauamt diese Wand als einsturzgefährdet einstufte, obwohl das Amt die Bauarbeiten von der Planung bis zur Abrechnung begleitete. Von Kungelei, Filz in der Verwaltung und Desinteresse am Bestand des Heimes bei den gewählten Ratsmitgliedern lauteten die häufigen Meinungsäußerungen. Der ehemalige Bürgermeister Gerhard Gorzny sieht die Ursache des Problems in dem Willen der Verwaltung, das Heim zu verkaufen, um Geld in die klammen Kassen zu bekommen. Wie dem auch sei, nun soll durch Gerichtsbeschluss der Förderverein die Halle räumen. Ein Formfehler im Pachtvertrag war für dieses Urteil aus Stendal richtungsweisend. Die Wahrenberger wollen dies so nicht akzeptieren und gehen in die Berufung vor das Oberlandesgericht (AZ berichtete). Den Vorschlag, das sich in Nachbarschaft befindliche Sportlerhaus als Lagerstätte und neues Heim zu nutzen, sehen die Vereinsfreunde als keine Lösung an.

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