Einige Seehäuser wünschen sich längere Öffnungszeit des Wochenmarktes: Meinhard Jüstel argumentiert dagegen

Frische Wurst und Käse nur bis Mittag

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Marktmeister Meinhard Jüstel (r.) argumentiert gegen längere Öffnungszeiten des Seehäuser Wochenmarktes. „90 Prozent des Umsatzes werden von 9 bis 12 Uhr gemacht.“

Seehausen. Der Wochenmarkt auf dem Seehäuser Postplatz wird jeden Dienstag von der Bevölkerung gern genutzt. Darum kümmert sich Marktmeister Meinhard Jüstel aus Rosenhof.

Seit 2002 hat er die Funktion inne und ist zudem Marktbeschicker, denn er verkauft im Herbst auch frische Äpfel.

Der Markt ist dienstags von etwa 8.30 bis 13 Uhr geöffnet. Doch das gefällt nicht allen Einkäufern. Einige hätten gern eine längere Öffnungszeit – aus beruflichen Gründen. Doch laut Jüstel sei das nicht umsetzbar. Viele Händler seien mit ihren Frischeprodukten Direktvermarkter. Dazu gehöre beispielsweise Dr. Jutta Bretschneider, die wöchentlich unter anderem hausgeschlachtete Produkte und Käse anbietet. „Die Frau muss sich am Nachmittag um ihre Wirtschaft und das Vieh kümmern“, argumentiert der Rosenhofer. Deshalb könne es bis 17 oder 18 Uhr keinen Frischemarkt geben. Und der Marktmeister weiß, dass 90 Prozent des Umsatzes in der Zeit von 9 bis 12 Uhr gemacht werden. „Das ist auch in den alten Bundesländern seit über 40 Jahren so.“

Werner Jose unterhält die Marktbesucher jeden ersten Dienstag im Monat mit seinem Akkordeon.

Das Areal an der Großen Brüderstraße bietet 15 Händlern Platz. Die Fläche sei vollkommen ausreichend, meint der Altmärker. „Wir haben alles, was wir brauchen. Zudem sind Parkplätze und ein Geldinstitut in der Nähe“, das Jüstel als einen Standortvorteil sieht. „Als ich als Marktmeister begann, nutzten die Händler den Platz am Umfluter. Das Gelände war nicht optimal. Der Postplatz liegt da schon zentraler“, resümiert Jüstel. Der Rosenhofer freut sich, das er seinerzeit bei den Vorbereitungen zur Postplatzgestaltung durch den einstigen Bürgermeister Ewald Duffe einbezogen worden war. „Dadurch konnten wir unsere Vorstellungen mit einbringen, die Berücksichtigung fanden.“

Und noch etwas stimmt Meinhard Jüstel zufrieden. Seit dem vergangenen Jahr unterhält von Frühjahr bis Herbst jeden ersten Dienstag im Monat der Werbener Werner Jose die Marktbesucher mit Akkordeonmusik. „Das ist eine echte Bereicherung und ich denke, dass es Werner auch Spaß macht“, sagt er.

Von Thomas Westermann

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